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Die Klage wird abgewiesen.
Außergerichtliche Kosten haben die Beteiligten einander nicht zu erstatten.

Sozialgericht Dortmund
3Az.: S 17 U 913/17 |
Zugestellt am: |
Borbeck |
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Regierungsbeschäftigte |
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als Urkundsbeamtin |
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der Geschäftsstelle |
Im Namen des Volkes
5Urteil
6In dem Rechtsstreit
7Klägerin
8Proz.-Bev.:
9gegen
10-
11Beklagte
12hat die 17. Kammer des Sozialgerichts Dortmund ohne mündliche Verhandlung am 02.03.2021 durch den Vorsitzenden, den Richter am Sozialgericht Dr. Kolmetz, sowie den ehrenamtlichen Richter Aust und die ehrenamtliche Richterin Westhoff für Recht erkannt:
13Die Klage wird abgewiesen.
14Außergerichtliche Kosten haben die Beteiligten
15einander nicht zu erstatten.
16Tatbestand:
17Die Beteiligten streiten um die Anerkennung eines Ereignisses als Arbeitsunfall.
18Die im Jahre 1960 geborene Klägerin wohnt im A in Werl. Ihre Arbeitsstätte, eine Kirchengemeindeverwaltung, befindet sich in der B in Hamm.
19Die Klägerin verbrachte das Wochenende vom 25.11.2016 bis zum Morgen des 27.11.2016, einem Montag, in C in Niedersachsen. Sie reiste am Morgen des 27.11. von C ab mit dem Ziel, zunächst nach Hause zu fahren, um dort einen Schlüssel und verschiedene Unterlagen zu holen, welche sie für die Verrichtung ihrer Arbeitstätigkeit benötigte, und sodann zu ihrer Arbeitsstätte zu fahren. Arbeitsbeginn sollte an jenem Tag für die Klägerin um 11 Uhr sein. Um 8.55 Uhr erlitt die Klägerin auf dem Weg zu ihrer Wohnung und damit dem Fahrabschnitt der Bundesstraße 63 in Richtung Werl etwa acht Kilometer vor der Stadt einen Verkehrsunfall.
20Die Beklagte lehnte es nach Durchführung von Ermittlungen durch Bescheid vom 20.03.2017 ab, das Ereignis als Arbeitsunfall anzuerkennen.
21Zur Begründung ist ausgeführt, der Umstand, dass der Unfall sich nicht auf dem Weg von der Wohnung der Klägerin zur Arbeitsstätte ereignet habe, sondern auf dem Weg ausgehend von dem deutlich weiteren Ort C schließe eine Anerkennung aus.
22Die Klägerin legte hiergegen Widerspruch ein, welchen sie damit begründete, dass ihr Fall nicht anders beurteilt werden dürfe als der Fall eines Angestellten, der am Arbeitsplatz angekommen feststelle, dass er Unterlagen vergessen habe, und nach Hause umkehre, um dieselben zu holen.
23Die Beklagte holte noch eine Auskunft von der Arbeitgeberin der Klägerin ein. Mit Bescheid vom 13.09.2017 wies die Beklagte den Widerspruch dann als unbegründet zurück.
24Die Beklagte begründete ihre Entscheidung damit, dass der deutlich längere Anfahrtsweg von C einer Anerkennung entgegenstehe. Von Bedeutung sei zudem, dass nach der ihr von der Arbeitgeberin erteilten Auskunft die Klägerin um die Erforderlichkeit gewusst habe, zunächst nach Hause und dann zur Arbeitsstätte zu fahren.
25Hiergegen ist am 06.10.2017 beim erkennenden Gericht Klage erhoben worden.
26Die Klägerin wiederholt zur Begründung der Klage im Wesentlichen ihr Vorbringen aus dem Widerspruchsverfahren.
27Die Beklagte hält ihre Entscheidung für rechtmäßig.
28Die Klägerin beantragt schriftsätzlich wörtlich,
29den Bescheid der Beklagten vom 20.03.2017 in Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 13.09.2017, zugestellt am 15.09.2017, aufzuheben und die Beklagte zu verurteilen, sie unter Berücksichtigung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu bescheiden und das Ereignis vom 27.11.2016 als Arbeitsunfall im Sinne des § 8 Sozialgesetzbuch VII – Gesetzliche Unfallversicherung – anzuerkennen.
30Die Beklagte beantragt schriftsätzlich,
31die Klage abzuweisen.
32Wegen weiterer Einzelheiten wird auf den Inhalt der Schriftsätze der Beteiligten und der
33beigezogenen Verwaltungsakte der Beklagten Bezug genommen.
34Entscheidungsgründe:
35Die Klage ist zulässig, aber unbegründet.
36Der angefochtene Bescheid der Beklagten vom 20.03.2017 in der Gestalt des Widerspruchsbescheides vom 13.09.2017 ist nicht zu beanstanden.
37Bei dem streitbefangenen Ereignis vom 27.11.2016 hat es sich nicht um einen Arbeitsunfall gehandelt.
38Arbeitsunfälle sind nach § 8 Abs. 1 S. 1 SGB VII Unfälle von Versicherten infolge einer den Versicherungsschutz nach § 2, 3 oder 6 SGB VII begründenden Tätigkeit. Eine versicherte Tätigkeit ist nach Maßgabe von § 8 Abs. 2 Nr. 1 SGB VII auch das Zurücklegen des mit der versicherten Tätigkeit zusammenhängenden unmittelbaren Weges nach und von dem Ort der Tätigkeit.
39Im vorliegenden Fall ist der Tatbestand der zitierten Vorschrift schlechterdings nicht erfüllt. Das Ereignis, welches bei der Klägerin zu einem Gesundheitsschaden geführt hat, hat sich weder auf dem Weg zu ihrer Arbeitsstätte noch auf dem Weg von ihrer Arbeitsstätte zugetragen, sondern auf dem Weg von C zu ihrer Wohnung. Eine Erweiterung des Tatbestandes der zitierten Norm dahin, dass auch Wege von einem dritten Ort zur Wohnung versichert seien, wenn dort Arbeitsmaterialien aufgenommen werden sollten, besteht nicht. Entsprechend kommt es auch nicht darauf an, ob dieser dritte Ort weit entfernt ist oder nahe zur Wohnung des Versicherten liegt.
40Einer Auseinandersetzung der Kammer mit der Entscheidung des Bundessozialgerichts vom 27.11.2018 (B 2 U 7/17 R, juris) bedurfte es ebenso wenig, weil die Klägerin in jenem Fall auf einem nach § 8 Abs.1 S.1 SGB VII geschützten Betriebsweg verunfallt ist und nicht auf einem Weg i.S.v. § 8 Abs.1 S.2 Nr.1 SGB VII.
41Die Klage war daher abzuweisen, wobei sich die Kostenentscheidung aus § 193 des Sozialgerichtsgesetzes ergibt.
42Rechtsmittelbelehrung:
43Dieses Urteil kann mit der Berufung angefochten werden.
44Die Berufung ist innerhalb eines Monats nach Zustellung des Urteils beim
45Landessozialgericht Nordrhein-Westfalen, Zweigertstraße 54, 45130 Essen
46schriftlich oder mündlich zur Niederschrift des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle einzulegen.
47Die Berufungsfrist ist auch gewahrt, wenn die Berufung innerhalb der Frist bei dem
48Sozialgericht Dortmund, Ruhrallee 1-3, 44139 Dortmund
49schriftlich oder mündlich zur Niederschrift des Urkundsbeamten der Geschäftsstelle eingelegt wird.
50Die Berufungsschrift muss bis zum Ablauf der Frist bei einem der vorgenannten Gerichte eingegangen sein. Sie soll das angefochtene Urteil bezeichnen, einen bestimmten Antrag enthalten und die zur Begründung dienenden Tatsachen und Beweismittel angeben.
51Die elektronische Form wird durch Übermittlung eines elektronischen Dokuments gewahrt, das für die Bearbeitung durch das Gericht geeignet ist und
52- von der verantwortenden Person qualifiziert elektronisch signiert ist und über das Elektronische Gerichts- und Verwaltungspostfach (EGVP) eingereicht wird oder
53- von der verantwortenden Person signiert und auf einem sicheren Übermittlungsweg gem. § 65a Abs. 4 Sozialgerichtsgesetz (SGG) eingereicht wird.
54Weitere Voraussetzungen, insbesondere zu den zugelassenen Dateiformaten und zur qualifizierten elektronischen Signatur, ergeben sich aus der Verordnung über die technischen Rahmenbedingungen des elektronischen Rechtsverkehrs und über das besondere elektronische Behördenpostfach (Elektronischer-Rechtsverkehr-Verordnung - ERVV) in der jeweils gültigen Fassung. Über das Justizportal des Bundes und der Länder (www.justiz.de) können nähere Informationen abgerufen werden.
55Zusätzlich wird darauf hingewiesen, dass einem Beteiligten auf seinen Antrag für das Verfahren vor dem Landessozialgericht unter bestimmten Voraussetzungen Prozesskostenhilfe bewilligt werden kann.
56Gegen das Urteil steht den Beteiligten die Revision zum Bundessozialgericht unter Übergehung der Berufungsinstanz zu, wenn der Gegner schriftlich zustimmt und wenn sie von dem Sozialgericht auf Antrag durch Beschluss zugelassen wird. Der Antrag auf Zulassung der Revision ist innerhalb eines Monats nach Zustellung des Urteils bei dem Sozialgericht Dortmund schriftlich zu stellen. Die Zustimmung des Gegners ist dem Antrag beizufügen.
57Lehnt das Sozialgericht den Antrag auf Zulassung der Revision durch Beschluss ab, so beginnt mit der Zustellung dieser Entscheidung der Lauf der Berufungsfrist von neuem, sofern der Antrag auf Zulassung der Revision in der gesetzlichen Form und Frist gestellt und die Zustimmungserklärung des Gegners beigefügt war.
58Die Einlegung der Revision und die Zustimmung des Gegners gelten als Verzicht auf die Berufung, wenn das Sozialgericht die Revision zugelassen hat.
59(Dr. Kolmetz)
60Richter am Sozialgericht