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Verwaltungsgericht Münster, 11 K 3231/16.A

Datum:
14.05.2019
Gericht:
Verwaltungsgericht Münster
Spruchkörper:
11. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
11 K 3231/16.A
ECLI:
ECLI:DE:VGMS:2019:0514.11K3231.16A.00
 
Leitsätze:

1. Zur Frage der Abgrenzung der äthiopischen von der eritreischen Staatsangehörigkeit.

2. Die Frage, welche Staatsangehörigkeit eine Person besitzt, bestimmt sich ausschließlich nach den maßgeblichen innerstaatlichen Vorschriften der betreffenden Staaten.

3. Zu den Anforderungen an das tatsächliche Vorbringen eines Klägers, der sich auf den Erwerb der eritreischen Staatsangehörigkeit nach den Vorschriften der Eritreischen Staatsangehörigkeitsproklamation Nr. 21/1992 beruft.

4. Der Verlust der äthiopischen Staatsangehörigkeit auf der Grundlage von Art. 11 lit. a) des äthiopischen Staatsangehörigkeitsgesetzes aus dem Jahr 2003 erfordert neben der Erlangung einer fremden Staatsangehörigkeit zusätzlich ein voluntatives Element.

5. Zu der Frage, ob für eine konstitutive behördliche Anordnung eines Einreiseverbots im nationalen Recht eine hinreichende Ermächtigungsgrundlage besteht (hier offen gelassen).

6. Zu der Frage, ob eine behördliche Regelung, mit der ein vermeintlich bestehendes gesetzliches Einreiseverbot befristet wird, gemäß §§ 133, 157 BGB analog als konstitutive behördliche Anordnung eines Einreiseverbots ausgelegt werden kann (hier abgelehnt).

7. Zu der Frage, ob eine behördliche Regelung, mit der ein vermeintlich bestehendes gesetzliches Einreiseverbot befristet wird, gemäß § 47 VwVfG in eine konstitutive behördliche Anordnung eines Einreiseverbots umgedeutet werden kann (hier abgelehnt).

Rechtskraft:
rechtskräftig
 
Tenor:

Die unter Ziffer 5) des Bescheids der Beklagten vom 25. Januar 2018 (Az.: 5606934-225) getroffene Regelung wird aufgehoben.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Klägerin trägt die Kosten des gerichtskostenfreien Verfahrens.

Das Urteil ist wegen der Kosten vorläufig vollstreckbar. Die Klägerin kann die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des auf Grund des Urteils vollstreckbaren Betrags abwenden, wenn nicht die Beklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrags leistet.

 
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