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Verwaltungsgericht Münster, 2 K 2307/16

Datum:
12.04.2018
Gericht:
Verwaltungsgericht Münster
Spruchkörper:
2. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
2 K 2307/16
ECLI:
ECLI:DE:VGMS:2018:0412.2K2307.16.00
 
Schlagworte:
Zuchtläufer, dazugehörige Ferkel, Stickstoffeinträge, Biotop, Wallhecke
Normen:
BNatSchG, 34 BNatSchG, 44 BNatSchG; § 47 LG NRW; § 39 Abs. 2 LNatSchG NRW;
Leitsätze:

1. Ferkel, die von den im Betrieb gehaltenen Zuchtsauen abstammen und nach dem Absetzen mit ca. 10 kg in einem separaten Ferkelstall weiter aufgezogen werden, fallen unter die nach Nr. 7.8 Anlage 1 UVPG nicht separat zu zählenden "dazugehörigen Ferkel". Nr. 7.9 Anlage 1 UVPG erfasst dagegen Fälle einer Aufzucht von fremden Mastferkeln in einem separaten Betrieb.

2. Zuchtläufer, das heißt zur Zucht bestimmte weibliche Schweine, die weder schon geworfen haben noch bereits gedeckt worden sind, sind keine Sauen im Sinne von Nr. 7.8 Anlage 1 UVPG. Sie sind unter der Nr. 7.7 Anlage 1 UVPG als Mastschweine zu berücksichtigen.

3. Für die Beurteilung, ob es durch eutrophierende Stickstoffeinträge zu einer erheblichen Beeinträchtigung im Sinne des § 30 BNatSchG kommt, ist - ebenso wie bei FFH-Gebieten (s. dazu: OVG NRW, Urteil vom 16.6.2016 -8 D 99/13.AK, juris Rn. 560 ff) - ein Abschneidekriterium in Höhe von nicht mehr als 0,5 % des Critical Loads des jeweils in Betracht kommenden Lebensraumtyps zugrunde zu legen.

 
Tenor:

Es wird festgestellt, dass die dem Beigeladenen von dem Beklagten erteilten Baugenehmigungen vom 14. Dezember 2015 (Az.: 63-68 00599 2015) zur Errichtung eines Abferkelstalles (Stall 1: 160 Sauen) mit angebautem Stall für niedertragende Sauen (Stall 2: 370 Sauen, 4 Eber, 36 Zuchtläufer), vom 9. Dezember 2015 (Az.: 63-68 00602 2015) zur Errichtung eines Ferkelstalles (Stall 3: 3.276 Absatzferkel) und vom 7. Dezember 2015 (Az.: 63-68 00601 2015) zur Errichtung von 2 Güllehochsilos sowie 2*3 Futtermittelsilos rechtswidrig und damit nicht vollziehbar sind.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Verfahrens einschließlich der Kosten des Beigeladenen tragen der Kläger, der Beklagte und der Beigeladene zu je 1/3.

Das Urteil ist wegen der Kosten vorläufig vollstreckbar. Der jeweilige Vollstreckungsschuldner kann die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht der jeweilige Vollstreckungsgläubiger vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.

Die Berufung wird zugelassen.

 
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