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Verwaltungsgericht Köln, 16 K 3014/24

Datum:
05.12.2025
Gericht:
Verwaltungsgericht Köln
Spruchkörper:
16.Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
16 K 3014/24
ECLI:
ECLI:DE:VGK:2025:1205.16K3014.24.00
 
Schlagworte:
Subvention; Zuwendung; Neustarthilfe; Befristeter Rahmen; Bundesregelung; Kleinbeihilfen; Förderrichtlinie; Umdeutung; Verwaltungspraxis; Gleichbehandlung; Ermessen; Kommission; Liquiditätsengpass
Normen:
AEUV Art. 107, 108; GG Art. 3; VwVfG §§ 47, 48
Leitsätze:

1. Die von der EU-Kommission genehmigte "Bundesregelung Kleinbeihilfen 2020" beruht auf Art. 107 Abs. 3 Buchstabe b) AEUV und Nr. 3.1 und Nr. 4 des Befristeten Rahmens. Sie gestattete als eng auszulegende Ausnahmeregelung als geeignete, erforderliche und gezielte Lösung (nur) die Gewährung von begrenzten Beihilfen, mit denen Liquiditätsengpässe von Unternehmen aufgrund der Covid-19-Pandemie behoben werden sollten und sichergestellt werden sollte, dass die dadurch verursachten Störungen die Existenzfähigkeit solcher Unternehmen nicht beeinträchtigten. Auf eine Deckung der in den Jahren 2020 und 2021 erforderlichen Summen, um Liquiditätsengpässe in diesem Zeitraum zu überbrücken und das Fortbestehen eines Betriebs sicherzustellen, beschränkte sich die "Neustarthilfe" bzw. die "Neustarthilfe (Plus)" allerdings gerade nicht. Vielmehr lag in ihnen eine pauschale Kompensation für pandemiebedingte Umsatzausfälle.

2. Eine nachträgliche rechtmäßige Bewilligung der Neustarthilfe (Plus) im Rahmen des Erlasses eines Schlussbescheides unter Beachtung eines Liquiditätsengpasses ist nicht möglich, weil die Überprüfung eines Liquiditätsengpasses im Rahmen der durchzuführenden Endabrechnung nicht in den bestandskräftigen Bewilligungsbescheiden angelegt ist.

3. Es kann dahinstehen, ob ein den vorläufigen Bewilligungsbescheid ersetzender Schlussbescheid rechtmäßig erlassen wurde, wenn der eventuell rechtswidrige Schlussbescheid jedenfalls wie hier in eine Rücknahme nach § 48 VwVfG NRW umgedeutet werden kann.

Rechtskraft:
nicht rechtskräftig
 
Tenor:

Die Klage wird abgewiesen.

Der Kläger trägt die Kosten des Verfahrens.

Das Urteil ist wegen der Kosten gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages vorläufig vollstreckbar.

 
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