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Verwaltungsgericht Köln, 18 K 4016/15.A

Datum:
06.11.2015
Gericht:
Verwaltungsgericht Köln
Spruchkörper:
18. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
18 K 4016/15.A
ECLI:
ECLI:DE:VGK:2015:1106.18K4016.15A.00
 
Schlagworte:
Schengen-Visum Frankreich systemische Mängel Gesundheitsversorgung psychologische Versorgung Unterbringungskapazitäten Bildungsmaßnahmen für Taubstumme Selbsteintritt Integration Traumatisierung psychische Krankheit Hauterkrankung Taubstummheit zielstaatsbezogenes Abschiebungshindernis inlandsbezogenes Abschiebungshindernis Reiseunfähigkeit Transportuntauglichkeit i.e.S. Transportuntauglichkeit i.w.S. Suizidgefahr psychiatrisches Attest
Normen:
Dublin III-VO Art 3 Abs 2 Unterabs. 2; Dublin III-VO Art 12 Abs 2 S 1; Dublin; III-VO Art 12 Abs 6; Dublin III-VO Art 17 Abs 1 Unterabs 1; Dublin III-VO Art 18; Abs 1 lit a); Dublin III-VO Art 19 Abs 1; Dublin III-VO Art 20 Abs 1
Leitsätze:

1. Das französische Asylsystem weist keine systemischen Mängel i. S. d. Art. 3 Abs. 2 Unterabs. 2 Dublin III-VO auf.

2. Eine Eingewöhnung oder gar begonnene Integration in den nicht zuständigen Mitgliedstaat (hier: Deutschland) stellt keinen Umstand dar, der zu dessen Pflicht zum Selbsteintritt nach Art. 17 Abs. 1 Unterabs. 1 Dublin III-VO führt.

3. Einzelfall der Aufhebung einer Abschiebungsanordnung wegen inlandsbezogener Abschiebungshindernisse

Rechtskraft:
rechtskräftig
 
Tenor:

Die Abschiebungsanordnung in Ziffer 2 des Bescheids des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge vom 30.6.2015 wird aufgehoben.

Im Übrigen wird die Klage mit der Maßgabe abgewiesen, dass das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge den französischen Behörden gemäß Art. 31 Abs. 1 und 2 Buchstaben a) und c) sowie Art. 32 Abs. 1 Dublin III-VO Informationen über die besonderen Bedürfnisse der Kläger zu 1 bis 3 hinsichtlich ihrer Erkrankung bzw. Behinderung zum Zwecke ihrer medizinischen Versorgung und Behandlung bzw. bildungsmäßigen Betreuung zu übermitteln hat.

Von den Kosten des Verfahrens, für das Gerichtskosten nicht erhoben werden, tragen die Kläger als Gesamtschuldner zwei Drittel und die Beklagte ein Drittel.

 
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