Seite drucken Seite drucken   Entscheidung als PDF runterladen Entscheidung als PDF runterladen

Verwaltungsgericht Köln, 18 K 116/12

Datum:
08.03.2013
Gericht:
Verwaltungsgericht Köln
Spruchkörper:
18. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
18 K 116/12
ECLI:
ECLI:DE:VGK:2013:0308.18K116.12.00
 
Nachinstanz:
Oberverwaltungsgericht NRW, 13 A 884/13
Parallelentscheidung(en):
vollständig (18 K 115/12)
Schlagworte:
Eisenbahninfrastrukturunternehmen Eisenbahnverkehrsunternehmen Nutzungsbedingungen für Serviceeinrichtungen - Verladestation vertretbare Alternativen unter Marktbedingungen Mindestzugangspaket europarechtskonforme Auslegung Entgeltsystem Preishöhenmissbrauch Diskriminierungsverbot greifbares Diskriminierungspotenzial Darlegungslast Beweislast Plausibilisierung Liste der Entgelte Vorkassenregelung Anreizsystem Sicherheitsleistung Marktfähigkeit Auskunftsverlangen Rechtsgrundlage
Normen:
Richtlinie 2001/14/EG Art 5 Abs 1 S 2 Halbsatz 2 Richtlinie 2001/14/EG Art 16 A
Leitsätze:

1. Die Frist des § 14e Abs. 1 Nr. 4 AEG beginnt erst mit vollständiger Vorlage sämtlicher nach § 14d Satz 1 Nr. 6 AEG vorzulegender Unterlagen zu laufen; dazu gehören die Entgelthöhen, die mit der Liste der Entgelte i. S. d. EIBV identisch sind.

2. Art. 5 Abs. 1 Satz 2 Halbsatz 2 der Richtlinie 2001/14/EG ist nach deutschem Eisenbahnregulierungsrecht weder unmittelbar noch im Wege einer europarechtskonformen Auslegung anzuwenden.

3. Rechtsgrundlage für ein an ein Eisenbahninfrastrukturunternehmen gerichtetes eisenbahnrechtliches Auskunftsverlangen der Bundesnetzagentur ist § 14c Abs. 3 Satz 1 AEG. (Gegen OVG NRW, Beschluss vom 22.02.2008 - 13 B 68/08 -)

4. Auch ein Anreizsystem i. S. d. § 24 EIBV darf nicht gegen das in § 14 Abs. 5 AEG speziell ausgeformte Diskriminierungsverbot verstoßen.

5. Die Obliegenheit zur Plausibilisierung eines Entgeltsystems im Fall eines greifbaren Diskriminierungspotentials folgt aus den Regeln zur Darlegungs- und Beweislast und ist nicht mit der - nur Betreiber von Schienennetzen betreffenden - Verpflichtung aus § 14d Satz 3 AEG gleichzusetzen.

6. Das Eisenbahnrecht enthält keine Verpflichtung, Markteinsteigern die Marktfähigkeit zu ermöglichen. (Im Anschluss an OVG NRW, Beschluss vom 22.07.2009 - 13 B 830/09 und wie VG Köln, Urteil vom 20.08.2010 - 18 K 3807/07 -)

 
Tenor:

Der Bescheid vom 21.2.2011 und der Widerspruchsbescheid vom 7.12.2011 werden aufgehoben, soweit der Widerspruch Ziffer 6.3 NB-FÜ AT betrifft.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Klägerin trägt die Kosten des Verfahrens zu 9/10 und die Beklagte zu 1/10.

Die Berufung wird zugelassen.

 
1 23456789101112131415161718192021222324252627282930313233343536373839404142434445464748495051525354555657585960616263646566676869707172737475767778798081828384858687888990919293949596979899100101102103104105106107108109110111112113114115116117118119120121122123124125126127128129130131132133134135136137138
 

Seite drucken Seite drucken Entscheidung als PDF runterladen Entscheidung als PDF runterladen

logo_justiz-nrw-online_rechtsprechungsdatenbank