Seite drucken Seite drucken   Entscheidung als PDF runterladen Entscheidung als PDF runterladen

Verwaltungsgericht Köln, 7 K 4391/07

Datum:
18.01.2011
Gericht:
Verwaltungsgericht Köln
Spruchkörper:
7. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
7 K 4391/07
ECLI:
ECLI:DE:VGK:2011:0118.7K4391.07.00
 
Schlagworte:
homöopathisches Arzneimittel Auflagen Zulassungsbeschränkungen Nutzen-Risiko-Verhältnis D-Monographie Anfechtungsklage Verpflichtungsklage Mängelbeseitigungsverfahren Convallaria majalis
Normen:
AMG § 28 Abs. 2 AMG § 105 Abs. 4 f AMG § 105 Abs. 5 AMG § 25 Abs. 2 Satz 1 Nr. 2 AMG § 25 Abs. 2 Satz 1 Nr. 5 Richtlinie 2001/83/EG Art. 14 Abs. 1
Leitsätze:

1. Ein ungünstiges Nutzen-Risiko-Verhältnis kann bei der Nachzulassung    homöopathischer Arzneimittel nicht allein daraus abgeleitet werden, dass der    Verdünnungsgrad des Arzneimittels die Unbedenklichkeit nicht garantiert.2. Die Zulassungsbehörde und das Gericht sind an die Risikobewertung einer    Monograhie der Kommission D nicht gebunden, wenn die Unbedenklichkeit    einer Verdünnungsstufe aus dem zugrundeliegenden wissenschaftlichen    Erkenntnismaterial nicht ersichtlich ist.

3. Hat die Zulassungsbehörde in rechtswidriger Weise    Zulassungsbeschränkungen in der Form von Auflagen zur Packungsbeilage    angeordnet und stehen einer unbeschränkten Zulassung Versagungsgründe    entgegen, so ist die Behörde unter Aufhebung der Auflagen zu einer    Neubescheidung zu verpflichten, wenn ein ordnungsgemäßes    Mängelbeseitigungsverfahren vor Anordnung der Auflagen nicht durchgeführt    worden ist.

Rechtskraft:
rechtskräftig
 
Tenor:

Das Verfahren wird hinsichtlich der Auflagen F2, Q1, Q2, Q3 und Q4 eingestellt.

Die Beklagte wird unter Aufhebung der Auflagen M1 bis M6 im Zulassungsverlängerungsbescheid des BfArM vom 20.09.2007, soweit sie von der von der Klägerin beantragten Packungsbeilage im Schreiben vom 12.07.2007 abweichen, verpflichtet, über den Zulassungsverlängerungsantrag der Klägerin für das Arzneimittel „Aranisan cor“ hinsichtlich der Gegenanzeigen, der Vorsichtsmaßnahmen für die Anwendung, der Dosierung, der Wechselwirkungen und der Nebenwirkungen unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu entscheiden.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Verfahrens, die auf die Auflagen F2, Q1, Q2, Q3 und Q4 entfallen, trägt die Klägerin. Im Übrigen tragen die Beteiligten die Kosten jeweils zur Hälfte.

Die Kostenentscheidung ist jeweils gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 vom 100 des Vollstreckungsbetrages vorläufig vollstreckbar.

Die Berufung wird zugelassen.

 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168
 

Seite drucken Seite drucken Entscheidung als PDF runterladen Entscheidung als PDF runterladen

logo_justiz-nrw-online_rechtsprechungsdatenbank