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Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, 21a K 498/24.A

Datum:
13.02.2026
Gericht:
Verwaltungsgericht Gelsenkirchen
Spruchkörper:
21. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
21a K 498/24.A
ECLI:
ECLI:DE:VGGE:2026:0213.21A.K498.24A.00
 
Schlagworte:
Russische Föderation, Tschetschenien, Wehrdienst, Grundwehrdienst, Einberufung, Drohnen
Normen:
AsylG § 3, AsylG § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2, EMRK Art. 3
Leitsätze:

1. Die russische Wehrpflicht rechtfertigt nicht die Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft gem. § 3 Abs. 1 AsylG.

2. Russischen Männern, die der Wehrpflicht unterliegen, ist unabhängig vom Vorliegen eines Einberufungsbefehls der subsidiäre Schutzstatus gem. § 4 Abs. 1 Satz 1 AsylG zuzuerkennen.

3. Es ist beachtlich wahrscheinlich, dass sich auch Wehrpflichtige im Falle ihrer Einberufung am Krieg gegen die Ukraine beteiligen müssen. Da in diesem Krieg in besonderer Weise vor allem Drohnen zum Einsatz kommen, ist nicht entscheidend, ob russische Wehrdienstpflichtige "in" der Ukraine bzw. an der Frontlinie eingesetzt werden, sondern ob sie an ihren Einsatzorten dem Einwirkungsbereich der ukrainischen Armee ausgesetzt sind bzw. zu Einwirkungen auf ukrainisches Staatsgebiet und dort aufhältige Personen in der Lage sind.

 
Tenor:

Die Beklagte wird unter Aufhebung der Ziffern 3 bis 6 des Bescheides des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vom 11. Januar 2024 verpflichtet, dem Kläger den subsidiären Schutzstatus zuzuerkennen. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Verfahrens, für das Gerichtskosten nicht erhoben werden, tragen zu 25 % der Kläger und zu 75 % die Beklagte.

Das Urteil ist wegen der Kosten vorläufig vollstreckbar. Der jeweilige Vollstreckungsschuldner kann die Zwangsvollstreckung durch Sicherheitsleistung i.H.v. 110 % des aufgrund des Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht der jeweilige Vollstreckungsgläubiger vor der Vollstreckung Sicherheit i.H.v. 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.

 
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