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Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, 18a L 1246/26.A

Datum:
25.08.2026
Gericht:
Verwaltungsgericht Gelsenkirchen
Spruchkörper:
18a. Kammer
Entscheidungsart:
Beschluss
Aktenzeichen:
18a L 1246/26.A
ECLI:
ECLI:DE:VGGE:2026:0825.18A.L1246.26A.00
 
Schlagworte:
Dublin-Verfahren; Abschiebungsandrohung; Antragsfrist; AMM-Verordnung; Dublin-III-Verordnung; Bestimmung des zuständigen Mitgliedstaates; aufenthaltsberechtigter Familienangehöriger
Normen:
VwGO § 80 Abs. 5 Satz 1; VwGO § 74 Abs. 1; AsylG § 87e; AsylG § 34a Abs. 1 Satz 4; VO (EU) 2024/1348 Art. 79 Abs. 3; VO (EU) 2024/1351 Art. 43; VO (EU) 2024/1351 Art. 84; VO (EU) 2024/1351 Art. 83 Abs. 1; VO (EU) 2024/1351 ARt. 26; VO (EU) 604/2013
Leitsätze:

1. Für einen Antrag nach § 80 Abs. 5 VwGO auf Anordnung der aufschiebenden Wirkung der Klage gegen die Abschiebungsandrohung nach § 34a Abs. 1 Satz 4 AsylG sieht das Asylgesetz keine Antragsfrist vor. 

2. Die Verordnung (EU) Nr. 604/2013 findet in Verfahren, die nach dem 12. Juni 2026 entschieden werden, keine unmittelbare Anwendung mehr, da sie mit Wirkung vom 12. Juni 2026 aufgehoben worden ist (vgl. Art. 83 Abs. 1 VO (EU) 2024/1351); Anschluss an OVG Mecklenburg-Vorpommern, Urteil vom 22. Juni 2026 – 4 LB 323/22 OVG –.

3. Da die VO (EU) 2024/1351 nicht in gleicher Weise wie die Vorgängerverordnung VO (EU) 604/2013 zwischen Aufnahme- und Wiederaufnahmegesuch unterscheidet, sind beide unter § 36 Abs. 1 Buchstabe a VO (EU) 2024/1351 zu fassen.

4. Soweit Art. 43 Abs. 1 UA 2 Buchstabe c VO (EU) 2024/1351 den gerichtlichen Prüfungsmaßstab dahingehend fasst, dass ein Verstoß gegen die Art. 25 bis 28 und 34 der VO (EU) 2024/1351 zu prüfen ist, steht die Vorschrift in Fällen, in denen – wie hier – die Unzulässigkeitsentscheidung vor dem 12. Juni 2026 und damit in Anwendung der VO (EU) 604/2013 getroffen wurde, die gerichtliche Kontrolle aber nach Inkrafttreten der VO (EU) 2024/1351 stattfindet, in einem Spannungsverhältnis zu Art. 84 Abs. 2 VO (EU) 2024/1351 (hier im Ergebnis offenlassend).

 
Tenor:

1. Die aufschiebende Wirkung der Klage - 18a K 3858/26.A - gegen die in Ziffer 3. des Bescheides des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vom 26. Mai 2026 enthaltene Abschiebungsandrohung wird angeordnet.

2. Die Kosten des Verfahrens, für das Gerichtskosten nicht erhoben werden, trägt die Antragsgegnerin.

 
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