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Verwaltungsgericht Gelsenkirchen, 9a K 5898/17.A

Datum:
22.11.2017
Gericht:
Verwaltungsgericht Gelsenkirchen
Spruchkörper:
9a. Kammer
Entscheidungsart:
Beschluss
Aktenzeichen:
9a K 5898/17.A
ECLI:
ECLI:DE:VGGE:2017:1122.9A.K5898.17A.00
 
Schlagworte:
weibliche Genitalverstümmelung Beschneidung Zwangsbeschneidung Asyl Flüchtlingseigenschaft geschlechtsspezifische Verfolgung Nigeria
Normen:
RL 2001/95/EG Art 4 Abs 4; GG Art 16a Abs 1; AsylG § 3 Abs. 1, Abs. 4; AsylG; § 3b Abs 1 Nr 4
Leitsätze:

Die weibliche Genitalverstümmelung ist als politische bzw. geschlechtsspezifische Verfolgung im Sinne der §§ 3 Abs. 1 Nr. 1, 3b Abs. 1 Nr. 4 AsylG anzusehen.

Das Gericht hat das Vorbringen einer drohenden weiblichen Genitalverstümmelung im Herkunftsstaat stets im Einzelfall zu würdigen und daraufhin zu überprüfen, ob auf Grundlage der einschlägigen, aktuellen Erkenntnismittel von einem entsprechenden Verfolgunggsschicksal auszugehen ist oder ob eine weibliche Genitalverstümmelung nach Rückkehr in den Herkunftsstaat konkret droht (im vorliegenden Einzelfall verneint).

 
Tenor:

Der Antrag auf Bewilligung von Prozesskostenhilfe unter Beiordnung von Rechtsanwalt ... aus Lünen wird abgelehnt.

 
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