Seite drucken Seite drucken   Entscheidung als PDF runterladen Entscheidung als PDF runterladen

Verwaltungsgericht Düsseldorf, 40 K 2401/18.PVL

Datum:
30.04.2020
Gericht:
Verwaltungsgericht Düsseldorf
Spruchkörper:
2. Fachkammer nach dem Landespersonalvertretungsgesetz
Entscheidungsart:
Beschluss
Aktenzeichen:
40 K 2401/18.PVL
ECLI:
ECLI:DE:VGD:2020:0430.40K2401.18PVL.00
 
Schlagworte:
Arbeitnehmerüberlassung Eingliederung Beschäftigung Weisungsunterworfenheit Physiotherapie Einstellung Aufgabenprivatisierung Untersagungsanspruch
Normen:
§ 72 Abs. 4 Satz 1 Nr. 20 LPVG NRW; § 72 Abs. 1 Nr. 1, 1. Alt. LPVG NRW; § 72 Abs. 4 Satz 1 Nr. 22 LPVG; § 79 Abs. 3 LPVG NRW; § 23 Abs. 3 BetrVG
Leitsätze:

1. Ein Vertrag über den Einsatz externer Physiotherapeuten, die die medizinisch notwendige Physiotherapie an Sonn- und Feiertagen fortsetzen, die werktags von krankenhauseigenen Physiotherapeuten übernommen wird, stellt einen Arbeitnehmerüberlassungsvertrag i. S. d. § 72 Abs. 4 S. 1 Nr. 20 - Erster Mitbestimmungstatbestand LPVG NRW dar.

Die Rechtsprechung des Bundessozialgerichts zur Beschäftigung von Honorarärzten- und -pflegekräften in Krankenhäusern ist auf das LPVG NRW übertragbar (vgl. BSG NZW 2019, 1583 und BSG DStR 2019, 2494).

2. Zur Auslegung des Vertrags kann auch seine tatsächliche Handhabung herangezogen werden, wenn er während des laufenden Rechtsstreits über die Mitbestimmungspflichtigkeit bereits ins Werk gesetzt ist.

3. Die vertraglich eingesetzten Physiotherapeuten sind i. S. d. § 72 Abs. 1 Nr. 1, 1. Alt. LPVG NRW eingestellt.

4. Die Vergabe der Physiotherapie an Sonn- und Feiertagen an ein externes Unternehmen stellt keine Aufgabenprivatisierung i. S. d. § 72 Abs. 4 Satz 1 Nr. 22 LPVG NRW dar, soweit an Sonn- und Feiertagen seit Jahren keine krankenhauseigenen Physiotherapeuten mehr eingesetzt worden sind (zwischenzeitlicher Wegfall der Aufgabe).

 
Tenor:

Es wird festgestellt, dass der Abschluss des Vertrages mit dem Therapiezentrum G.         E.         /N.        über die Erbringung physiotherapeutischer Leistungen bei stationären Patientinnen und Patienten der Intensiv- und Intermediatecare-Stationen des Universitätsklinikums E.         vom 19. Januar 2018 der Mitbestimmung des Antragstellers nach § 72 Abs. 4 Satz 1 Nr. 20 Erster Mitbestimmungstatbestand LPVG NRW unterliegt.

Es wird festgestellt, dass der Einsatz von Mitarbeitern des Therapiezentrums G.      E.         /N.        im Rahmen der Erbringung von physiotherapeutischen Leistungen bei stationären Patientinnen und Patienten der Intensiv- und Intermediatecare-Stationen auf Grundlage des Vertrags vom 19. Januar 2018 der Mitbestimmung des Antragstellers nach § 72 Abs. 1 Nr. 1, 1. Alt. LPVG NRW unterliegt.

Im Übrigen werden die Anträge abgelehnt.

 
1 2 3 4 5 6 7 11 12 13 14 19 20 21 22 23 24 28 29 30 31 32 33 34 37 38 39 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154
 

Seite drucken Seite drucken Entscheidung als PDF runterladen Entscheidung als PDF runterladen

logo_justiz-nrw-online_rechtsprechungsdatenbank