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Verwaltungsgericht Düsseldorf, 1 K 18527/17

Datum:
19.11.2018
Gericht:
Verwaltungsgericht Düsseldorf
Spruchkörper:
1. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
1 K 18527/17
ECLI:
ECLI:DE:VGD:2018:1119.1K18527.17.00
 
Schlagworte:
Presseausweis Hauptberuflichkeit Feststellungsklage Klägeänderung
Normen:
Art. 3 Abs. 1 GG; § 43 VwGO; § 91 Abs. 1 VwGO
Leitsätze:

1. Das beklagte Land ist nicht verpflichtet, einen Presseausweis als vereinfach-ten Nachweis journalistischer Tätigkeit anzuerkennen, auf welchem eine ver-meintliche Erklärung des Vorsitzenden der Innenministerkonferenz abgedruckt ist, welche dieser nie abgegeben hat.

2. Die Anerkennung von Presseausweisen als erleichterter Nachweis journalisti-scher Tätigkeit stellt eine Form der Grundrechtsförderung dar, die nach derzeiti-ger Verwaltungspraxis nur solchen Journalisten zugutekommt, die ihren Le-bensunterhalt überwiegend aus hauptberuflicher journalistischer Tätigkeit erzie-len. Weder Verbände, deren Presseausweise aufgrund abweichender Ausstel-lungspraxis nicht dieselbe Anerkennung erfahren, noch Journalisten mit einem geringeren Tätigkeitsumfang werden hierdurch in ihrer Grundrechtsausübung beschränkt.

3. Das Merkmal der Hauptberuflichkeit im o. g. Sinne ist inhaltsneutral. Es knüpft ausschließlich an die wirtschaftliche Bedeutung sowie den Umfang journalisti-scher Tätigkeit an und beurteilt diese gerade nicht anhand qualitativer Merkma-le.

4. Die Vereinbarung zwischen dem Vorsitzenden der Innenministerkonferenz und dem Träger des Deutschen Presserates e. V. über die Wiedereinführung eines bundeseinheitlichen Presseausweises begründet für das beklagte Land kein rechtliches Hindernis, über den Anwendungsbereich der Vereinbarung hinaus weitere Verbände als besonders zuverlässig anzuerkennen und Inhaber der von diesen Verbänden ausgegebenen Presseausweisen bei der Grundrechts-ausübung ebenfalls zu fördern.

 
Tenor:

Die Klage wird abgewiesen.

Die Klägerin trägt die Kosten des Verfahrens.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar. Der Klägerin wird nachgelassen, die Vollstreckung gegen Sicherheitsleistung in Höhe des auf der Grundlage des Urteils beitreibbaren Betrages abzuwenden, wenn nicht das beklagte Land zuvor Sicherheit in Höhe des jeweils beizutreibenden Betrages leistet.

Die Berufung wird zugelassen.

 
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