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Verwaltungsgericht Düsseldorf, 6 K 4004/17.A

Datum:
13.12.2018
Gericht:
Verwaltungsgericht Düsseldorf
Spruchkörper:
6. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
6 K 4004/17.A
ECLI:
ECLI:DE:VGD:2018:1213.6K4004.17A.00
 
Schlagworte:
Antrag auf Vertagung Ungeeignetes Beweismittel Regierungskritische Beiträge im Internet (Facebook) non-liquet EPCOUG Sippenhaft PTBS Existenzbedingungen in Äthiopien offensichtlich unbegründet Befristung des gesetzlichen Einreise- und Aufenthaltsverbots
Normen:
§ 227 Satz 1 ZPO § 244 Absatz 3 Satz 2 StPO; § 60 Abs. 5 und 7 AufnethG § 11 Abs. 1 AufenthG; § 30 Abs. 1 und 2 AsylG Artikel 8 EMRK
Leitsätze:

Mit Blick auf die im maßgeblichen Zeitpunkt der mündlichen Verhandlung unklare Entwicklung der politischen Situation in Äthiopien, war keine weitere Beweisaufnahme angezeigt. Dieser Umstand geht nach den Grundsätzen der materiellen Beweislast allein zu Lasten der Klägerin.

Selbst bei Außerachtlassung der derzeitigen positiven Entwicklungen in Äthiopien ist eine flüchtlingsrelevante Verfolgung der Klägerin aufgrund ihrer - behaupteten - Internetaktivität (Facebook), zwar möglich oder gar wahrscheinlich, nicht aber im Rechtssinne beachtlich wahrscheinlich.

 
Tenor:

Der Bescheid des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vom 27. Februar 2017 wird insoweit aufgehoben, als der Antrag der Klägerin auf Zuerkennung der Flüchtlingseigenschaft in Ziffer 1, der Antrag auf Asylanerkennung in Ziffer 2 und der Antrag auf subsidiären Schutz in Ziffer 3 als offensichtlich unbegründet abgelehnt werden.

Ziffer 6 des Bescheides des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vom 27. Februar 2017 wird aufgehoben.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Verfahrens, für das Gerichtskosten nicht erhoben werden, tragen die Klägerin zu 5/6 und die Beklagte zu 1/6.

Der jeweilige Vollstreckungsschuldner darf die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung oder Hinterlegung in Höhe von 110 Prozent des auf Grund des Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht der jeweilige Vollstreckungsgläubiger vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110 Prozent des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.

 
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