Seite drucken Seite drucken   Entscheidung als PDF runterladen Entscheidung als PDF runterladen

Verwaltungsgericht Düsseldorf, 6 K 13718/16.A

Datum:
09.11.2017
Gericht:
Verwaltungsgericht Düsseldorf
Spruchkörper:
6. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
6 K 13718/16.A
ECLI:
ECLI:DE:VGD:2017:1109.6K13718.16A.00
 
Schlagworte:
Flüchtlingseigenschaft subsidiärer Schutz Sippenhaft Familienangehörige Desertion Nationaldienst Verfolgungsgrund politische Verfolgung politische Überzeugung Aufbausteuer Diaspora Vorverfolgung Beweiserleichterung illegale Ausreise exilpolitische Betätigung ENSF religiöse Betätigung Pfingtschristler pentekostal Muluwengel Qualifikationsrichtlinie unmenschlich erniedrigend Behandlung Gewerbelizenz Gewerbeschein Zwangsbeschneidung Genitalverstümmelung
Normen:
EURL 2011/95/EU Art. 4 Abs. 4; AsylG §§ 3 Abs. 1 Nr. 1, 3a Abs. 1 Nr. 1, 3b, 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2
Leitsätze:

Sanktionen des eritreischen Staates gegen Angehörige von Personen, die sich dem Nationaldienst durch illegale Ausreise entzogen haben, knüpfen nicht ohne weiteres an ein flüchtlingsrelevantes Merkmal i.S.d. § 3b AsylG - hier: die politische Überzeugung - des Angehörigen an (Anschluss an Urteil vom 16. März 2017 – 6 K 12164/16.A –, juris).

Vorverfolgt ausgereiste Angehörige von Deserteuren können sich auf die Beweiserleichterung gemäß Art. 4 Abs. 4 EURL 2011/95/EU berufen.

Die außergerichtliche und willkürliche Inhaftierung von Angehörigen von Deserteuren stellt Verfolgungshandlungen i.S.d. § 3a Abs. 1 AsylG und zugleich unmenschliche und erniedrigende BEhandlung i.S.d. § 4 Abs. 1 Satz 2 Nr. 2 AsylG i.V.m. Art. 3 EMRK dar.

Zur Verfolgung in Eritrea wegen exilpolitischen Betätigung (hier verneint) .

Zur Verfolgung pfingstchristlicher Glaubensangehöriger in Eritrea (hier verneint).

Zur Zwangsbeschneidung in Eritrea.

 
Tenor:

Die Beklagte wird unter Aufhebung von Ziffern 2. bis 5. des Bescheides des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge vom 16. November 2016 verpflichtet, den Klägern subsidiären Schutz zuzuerkennen. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des gerichtskostenfreien Verfahrens tragen die Kläger zu 1/3 als Gesamtschuldner und die Beklagte zu 2/3.

Das Urteil ist wegen der Kosten vorläufig vollstreckbar. Der jeweilige Vollstreckungsschuldner kann die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe des vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht der jeweilige Vollstreckungsgläubiger zuvor Sicherheit in gleicher Höhe leistet.

 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215
 

Seite drucken Seite drucken Entscheidung als PDF runterladen Entscheidung als PDF runterladen

logo_justiz-nrw-online_rechtsprechungsdatenbank