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Verwaltungsgericht Düsseldorf, 3 K 5661/14

Datum:
21.06.2016
Gericht:
Verwaltungsgericht Düsseldorf
Spruchkörper:
3. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
3 K 5661/14
ECLI:
ECLI:DE:VGD:2016:0621.3K5661.14.00
 
Schlagworte:
Veranstaltungs- und Vertriebserlaubnis für Lotterien mit geringem Gefährdungspotential Zuständigkeit des Finanzministeriums Rheinland-Pfalz Begründungspflicht Glücksspielkollegium
Normen:
§ 15 Absatz 1 GlüG RLP; § 1 GlüStV; § 4 GlüStV; § 9 Absatz 7 GlüStV; § 9a Absatz 5 GlüStV
Leitsätze:

1.

Gegen Nebenbestimmungen einer Veranstaltungs- und Vertriebserlaubnis für Lotterien (mit geringem Gefährdungspotential) kann nur im Rahmen einer Bescheidungsklage vorgegangen werden (wie VG Berlin, Urteil vom 19. März 2015 - 23 K 261.13 -, juris und VG Düsseldorf , Urteil vom 22. Januar 2016 - 3 K 2472/14 -, juris, jeweils für eine Werbeerlaubnis für Lotterien im Internet).

2.

Die fehlende Begründung eines Beschlusses des Glücksspielkollegiums, der für die Erlaubnisbehörde gemäß § 9a Absatz 8 Satz 4 GlüStV bindende Wirkung entfaltet, begründet regelmäßig einen Ermessensausfall und hat die Rechtswidrigkeit der Entscheidung der Erlaubnisbehörde zur Folge (wie VG Berlin und VG Düsseldorf, s. o.).

3.

Die Erteilung einer Veranstaltungs- und Vertriebserlaubnis für Lotterien (mit geringem Gefährdungspotential) durch das Ministerium der Finanzen Rheinland-Pfalz verstößt gegen das in § 9 Absatz 7 GlüStV verankerte Trennungsgebot, wonach die Glücksspielaufsicht nicht durch eine für die Finanzen des Landes zuständige Behörde ausgeübt werden darf..

 
Tenor:

Der Beklagte wird verpflichtet, den Antrag der Klägerin vom 17. Dezember 2013 (mit späteren Ergänzungen) hinsichtlich der Nebenbestimmungen Ziff. 1 Abs. 3 Sätze 2 und 3; Ziff. 2 Satz 4; Ziff. 9; Ziff. 13 lit. a bis c; Ziff. 14 lit. a Satz 2, b, c, d, e, f, g, i, j; Ziff. 16; Ziff. 17 Sätze 1 und 3; Ziff. 25 und Ziff. 26 des Bescheides des Ministeriums der Finanzen S.         -Q.     vom 31. Juli 2014 und hinsichtlich der dortigen Kostenfestsetzung unter Beachtung der Rechtsauffassung des Gerichts neu zu bescheiden; bis dahin verbleibt es bei der der Klägerin durch den vorgenannten Bescheid erteilten Veranstaltungs- und Vertriebserlaubnis mit sämtlichen Nebenbestimmungen.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Verfahrens werden gegeneinander aufgehoben.

Das Urteil ist wegen der Kosten vorläufig vollstreckbar. Der Beklagte darf die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung oder Hinterlegung in Höhe von 110 % des auf Grund des Urteils vollstreckbaren Betrages abwenden, wenn nicht die Klägerin vor der Vollstreckung Sicherheit in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrages leistet.

Die Berufung und die Sprungrevision werden zugelassen.

 
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