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Verwaltungsgericht Düsseldorf, 6 K 7535/13

Datum:
19.03.2015
Gericht:
Verwaltungsgericht Düsseldorf
Spruchkörper:
6. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
6 K 7535/13
ECLI:
ECLI:DE:VGD:2015:0319.6K7535.13.00
 
Schlagworte:
Kampfmittel Kostenlast Weisung Selbstbindung der Verwaltung öffentlich-rechtlicher Erstattungsanspruch öffentlich-rechtliche GoA Amtshilfe
Normen:
Art. 120 Abs. 1 GG; § 45 Abs. 1 OBG; § 5 OBG NRW
Leitsätze:

1. Die Rechtsposition der Gemeinden als Träger der örtlichen Ordnungsbehörden in Bezug auf die landesinterne Lastenverteilung auf dem Gebiet der Kampfmittelbesei-tigung wird durch Art. 120 GG nicht berührt.

2. Auf dem Gebiet der Kampfmittelbeseitigung trägt die örtliche Ordnungsbehörde als diejenige Ordnungsbehörde, welche die Entscheidung über das Anfallen der Ausgaben getroffen und zu verantworten hat (Verantwortungsprinzip) nach § 45 Abs. OBG NRW die Kosten.

3. Die Kampfmittelverordnung (GV. NRW. S. 685) stellt eine allgemein Weisung im Sinne des § 9 Abs. 2 Buchst. a OBG NRW dar, durch welche die örtlichen Ord-nungsbehörden in der Auswahl ihrer Mittel zur Kampfmittelbeseitigung beschränkt werden.

4. Übernimmt das Land Kosten der Kampfmittelbeseitigung, ohne dass es hierzu verpflichtet ist, steht ihm ein weiter Gestaltungsspielraum hinsichtlich der Bestim-mung der von ihm übernommenen Kosten zu, welcher allenfalls auf eine grobe Sachwidrigkeit überprüfbar ist (hier: Mehrkosten für aufwändiges Spezialverfahren).

5. Bei der nach § 16 BauO NRW erforderlichen Überprüfung von Baugrundstücken auf eine Kampfmittelbelastung wird der bei den Bezirksregierungen Arnsberg und Düsseldorf angesiedelte Kampfmittelbeseitigungsdienst nicht in Amtshilfe tätig (§ 4 VwVfG NRW).

 
Tenor:

Die Beklagte wird verurteilt, an das klagende Land 4.327,84 Euro nebst Prozesszinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 26. September 2013 zu zahlen.

Die Beklagte trägt die Kosten des Verfahrens.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 Prozent des jeweils zu vollstreckenden Betrags.

 
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