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Verwaltungsgericht Düsseldorf, 6 K 7040/12

Datum:
29.01.2015
Gericht:
Verwaltungsgericht Düsseldorf
Spruchkörper:
6. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
6 K 7040/12
ECLI:
ECLI:DE:VGD:2015:0129.6K7040.12.00
 
Schlagworte:
Kampfmittel Sondierung Räumung Feststellungsklage Rechtsverhältnis Subsidiarität Feststellungsinteresse Wiederholungsgefahr Kriegsfolgelast Einwendung Erstattung Liegenschaften Staatspraxis bundeseigen Bundesverwaltung Einfluss Bahnprivatisierung Bundesschienenwegeausbaugesetz Schienenwegeausbau gesellschaftsrechtlich Vorstand Aufsichtsrat Beherrschungsvertrag Betreuungskosten
Normen:
GG Art. 87e, 120 Abs. 1; AKG §§ 2 Nr. 3, 19 Abs. 1 Nr. 2; VwGO § 43 Abs. 1 Satz 1
Leitsätze:

Ein Dritter kann einer kostenmäßigen Inanspruchnahme für die Sondierung und Räumung von Kampfmitteln durch das Land ggf. Art. 120 Abs. 1 Satz 1 GG als verfassungsunmittelbare Einwendung entgegenhalten (Anschluss an BVerwG, Urteil vom 31. Mai 2012 - 3 A 1.11 -, Beschluss vom 8. Dezember 2012 - 3 A 2.12 -).

Haftungssubjekt im Rahmen von Art. 120 Abs. 1 Satz 1 GG ist ausschließlich die Gebietskörperschaft "Bund" (Anschluss an BVerfG, Beschluss 18. Juli 2005 - 2 BvF 2/01 - Risikostrukturausgleich) .

Liegenschaften der Eisenbahninfrastrukturunternehmen (hier: DB Netz AG) sind als unter Bundesverwaltung stehend "bundeseigen" im Sinne von Art. 120 Abs. 1 Satz 3 GG i.V.m. der maßgeblichen "Staatspraxis" des Jahres 1969.

Die im Zuge von Schienenwegeneu- und Ausbauprojekten von Kampfmitteln zu beräumenden Liegenschaften der DB Netz AG (hier: Rhein-Ruhr-Express, RRX) unterliegen sowohl eisenbahnverwaltungsrechtlich als auch gesellschaftsrechtlich dem maßgeblichen Einfluss des Bundes.

Die von Art. 120 Abs. 1 Satz 1 bis 3 GG ausgestaltete Verteilung der Kriegsfolgelasten wurde durch die Bahnprivatisierung (vgl. Art. 87e Abs. 3, 4 GG) nicht berührt.

 
Tenor:

Es wird festgestellt, dass das beklagte Land die Klägerin für die im Rahmen des Projektes Rhein-Ruhr-Express (RRX) im Planfeststellungsbereich 1 entstehenden Kosten der Kampfmittelsondierung und -räumung einschließlich einer Betreuungskostenpauschale in Höhe von 7 Prozent des an eine Räumungsfirma zu zahlenden Rechnungsbetrages (ohne Mehrwertsteuer) nicht in Anspruch nehmen darf.

Das beklagte Land trägt die Kosten des Verfahrens. Hiervon ausgenommen sind die außergerichtlichen Kosten der Beigeladenen, die diese Kosten selbst trägt.

Das Urteil ist wegen der Kosten gegen Sicherheitsleistung in Höhe des vollstreckungsfähigen Betrages vorläufig vollstreckbar.

Die Berufung wird zugelassen.

Die Sprungrevision wird zugelassen.

 
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