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Verwaltungsgericht Düsseldorf, 3 K 6274/09

Datum:
24.04.2012
Gericht:
Verwaltungsgericht Düsseldorf
Spruchkörper:
3. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
3 K 6274/09
ECLI:
ECLI:DE:VGD:2012:0424.3K6274.09.00
 
Schlagworte:
Außenbereich Bioaerosole Geruch Geruchsbelastung Gesamtbelastung Hähnchenmast Irrelevanz Irrelevanzkriterium Jahresgeruchsstunden Staubbelastung Vorbelastung Zusatzbelastung
Normen:
==§ 35 Abs 1 Nr 4 BauGB § 4 BImSchG § 5 Abs 1 S 1 Nr 1 BImSchG § 6 Abs 1 BImSchG § 16 Abs 1 BImSchG § 19 BImSchG § 1 Abs 3 BImSchV 4 Anhang 1 Nr 7 BImSchV 4 BImSchV 9 Nr 5.4.7.1 TA Luft VDIRL 3472 VDIRL 3788 VDIRL 3894 § 37 Abs 1 VwVfG NRW
Leitsätze:

1. Der in der nordrhein-westfälischen Geruchsimmissions-Richtlinie (GIRL) in der Fassung vom 29. Februar 2008 und einer Ergänzung vom 10. September 2008 für die Beurteilung landwirtschaftlicher Gerüche im Außenbereich enthaltene Immissionswert von 0,25 (= 25 % der Jahresgeruchsstunden) stellt eine absolute Obergrenze dar, die nicht überschritten werden darf.

2. Das Irrelevanzkriterium der GIRL - Irrelevanz der zu erwartenden Zusatzbelastung, wenn der Wert von 0,02 (= 2 % der Jahresgeruchsstunden) nicht überschritten wird - ist als Bagatellgrenze grundsätzlich rechtlich unbedenklich.

3. Das Irrelevanzkriterium der GIRL ist unanwendbar, wenn bereits die Geruchsvorbelastung über der absoluten Obergrenze liegt; ist schon die Geruchsvorbelastung für einen Nachbarn nicht mehr zumutbar, ist demnach auch eine weitere die Irrelevanzgrenze nicht erreichende Zusatzbelastung unzulässig.

 
Tenor:

Der Genehmigungsbescheid des Landrats des Beklagten vom 2. September 2009 in der Fassung vom 26. August 2010 wird aufgehoben.

Der Beklagte und die Beigeladene tragen die Kosten des Verfahrens jeweils zur Hälfte; hiervon ausgenommen sind ihre eigenen Kosten, die sie jeweils selbst tragen.

Das Urteil ist wegen der Kosten gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des jeweils zu vollstreckenden Betrags vorläufig vollstreckbar.

 
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