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Oberverwaltungsgericht NRW, 13 B 312/25

Datum:
28.01.2026
Gericht:
Oberverwaltungsgericht NRW
Spruchkörper:
13. Senat
Entscheidungsart:
Beschluss
Aktenzeichen:
13 B 312/25
ECLI:
ECLI:DE:OVGNRW:2026:0128.13B312.25.00
 
Vorinstanz:
Verwaltungsgericht Düsseldorf, 21 L 154/25
Schlagworte:
Rechtliches Gehör Krankenhausplan NRW 2022 Fallzahlen Mindestfallzahl Mindestmengen Wohnortnahe Versorgung Notfallversorgung Fachklinik
Normen:
GG Art. 2 Abs. 1; GG Art. 19 Abs. 4; GG Art. 103 Abs. 1, VwGO § 80 Abs. 5, SGB V § 136b Abs. 1 Satz 1, KHG § 1 Abs. 1, KHG § 6 Abs. 1, KHG § 8 Abs. 2, KHEntG § 14, KHGG NRW § 1 Abs. 1, KHGG NRW § 12 Abs. 2, KHGG NRW § 12 Abs. 5, KHGG NRW § 13 Abs. 1, KHGG NRW § 16 Abs. 5
Leitsätze:

1. Der Rückgriff auf ein relevantes Versorgungsgeschehen (hier: Mindestfallzahl von einem Fall pro Woche für die Leistungsgruppe 8.3/13.4) stellt nicht deshalb ein unzulässiges Auswahlkriterium dar, weil für seine Anwendung eine gesetzliche Grundlage fehlt.

2. Der Rückgriff auf die in der Vergangenheit erbrachten Fallzahlen als Auswahlkriterium für die Leistungsgruppen 14.1 (Endoprothetik Hüfte) und 14.2 (Endoprothetik Knie) ist zulässig, weil hinreichende wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, die für diese Fallgruppe auf einen positiven Zusammenhang zwischen Fallzahl und Leistungsqualität sprechen.

3. Zu den im Krankenhausplan NRW 2022 bestimmten Voraussetzungen für die Einstufung als Fachklinik.

4. Zur Auswahlentscheidung zwischen Allgemeinkrankenhäusern und Fachkliniken.

5. In Bezug auf die Leistungsgruppe 16.5 (Tiefe Rektumeingriffe) können (Mindest-)Fallzahlen ein geeignetes Auswahlkriterium darstellen, weil hinreichende wissenschaftliche Erkenntnisse vorliegen, die für diese Leistungsgruppe auf einen positiven Zusammenhang zwischen hoher Fallzahl und besserer Behandlungsqualität schließen lassen.

6. Die besondere persönliche Expertise von Einzelpersonen ist im Rahmen der Auswahlentscheidung allenfalls von nachrangiger Bedeutung, da der Krankenhausplan strukturelle, von Einzelpersonen unabhängige Qualität anstrebt, die auch im Fall der Abwesenheit dieser Einzelpersonen für die Patientinnen und Patienten gewährleistet bleiben muss.

 
Tenor:

Die Beschwerde der Antragstellerin gegen den Beschluss des Verwaltungsgerichts vom 17. März 2025 wird zurückgewiesen.

Die Antragstellerin trägt die Kosten des Beschwerdeverfahrens.

Der Streitwert wird auch für das Beschwerdeverfahren auf 175.000 Euro festgesetzt.

 
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