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Oberverwaltungsgericht NRW, 15 A 873/18

Datum:
22.05.2019
Gericht:
Oberverwaltungsgericht NRW
Spruchkörper:
15. Senat
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
15 A 873/18
ECLI:
ECLI:DE:OVGNRW:2019:0522.15A873.18.00
 
Vorinstanz:
Verwaltungsgericht Köln, ¬13 K 2702/15
Nachinstanz:
Bundesverwaltungsgericht, 10 B 22.19
Schlagworte:
Amtliche Information Vorhandensein Löschungsanspruch Herausgabeanspruch Verfügungsberechtigung Vertraulichkeit
Normen:
IFG § 2 Nr. 1, IFG § 3 Nr. 1 d), IFG § 3 Nr. 1 g), IFG § 3 Nr. 5; IFG § 3 Nr. 7, IFG § 5 Abs. 1, IFG § 6 Satz 2, IFG § 7 Abs. 1 Satz 1; DSGO Art. 17 Abs. 1a), DSGO Art. 17 Abs. 3a), DSGO Art. 17 Abs. 3b)
Leitsätze:

Für das Vorhandensein einer amtlichen Information genügt die tatsächliche räumliche Verfügungsbefugnis. Es kommt insoweit nicht auf die rechtliche Verfügungsbefugnis der Behörde in dem Sinne an, dass sie „aktenführende Stelle“ sein muss. Informationen, die sich nur zu vorübergehenden Zwecken - etwa aufgrund eines Widerspruchs- oder Ermittlungsverfahren - bei der Stelle befinden, werden gleichfalls erfasst.

Maßgeblicher Zeitpunkt für das Vorhandensein der Information ist der Eingang des Antrags auf Informationszugang bei der informationspflichtigen Stelle. Danach muss diese die Unterlagen zur Prüfung von Ausschlussgründen und zur Erfüllung eines möglicherweise gegebenen Anspruchs vorhalten. Als nicht vorhanden gilt eine Information in diesem Fall nur dann, wenn Löschungsregelungen mit zwingenden Fristen greifen, die für abweichende Belange keinen Raum lassen.

Verfügungsberechtigt über eine Information im Sinne von § 7 Abs. 1 Satz 1 IFG ist grundsätzlich deren Urheber. Demjenigen, der die Information im Rahmen der Erfüllung der ihm obliegenden Aufgaben erhoben oder selbst geschaffen hat, ist sie auch zur weiteren Verwendung zugewiesen. Die Verfahren auf Informationszugang sollen bei der Behörde konzentriert werden, der die größte Sachnähe zum Verfahren zukommt bzw. die die Verfahrensführung innehat.

 
Tenor:

Die Berufung wird zurückgewiesen.

Die Kläger tragen die Kosten des Berufungsver-ahrens zu jeweils 1/3. Die außergerichtlichen Kosten der Beigeladenen sind nicht erstattungsfĭhig.

Das Urteil ist wegen der Kosten vorläufig vollstreckbar. Die Kläger dürfen die Vollstreckung durch Sicherheitsleistung in Höhe von 110 % des aufgrund des Urteils jeweils vollstreckbaren Betrags abwenden, wenn nicht die Beklagte vor der Vollstreckung Sicherheit in jeweils entsprechender Höhe leistet.

Die Revision wird nicht zugelassen.

 
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