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Oberverwaltungsgericht NRW, 11 A 1439/07.A

Datum:
09.03.2011
Gericht:
Oberverwaltungsgericht NRW
Spruchkörper:
11. Senat
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
11 A 1439/07.A
ECLI:
ECLI:DE:OVGNRW:2011:0309.11A1439.07A.00
 
Schlagworte:
Abschiebungsverbot, Ägypten, Al-Jihad Al-Islami, Antragserfordernis, Anwendungsvorrang, Asyl, Bestandskraft, Flüchtlingsanerkennung, Grundsätze, Handlungen, Hilfsantrag, Jihad, Rechtskraft, Terrorismus, Todesstrafe, Unionsrecht, Unterstützung, Vereinte Nationen, Verhältnismäßigkeitsprüfung, Verpflichtungsklage, Vornahme, Widerruf, Wiederholungsgefahr, Ziele, Zuwiderhandeln
Normen:
Art. 16a GG; Art. 3, 12, 14 der Richtlinie 2004/83/EG; §§ 68, 75 VwGO; §§ 3, 5, 24, 31, 39, 73 AsylVfG; §§ 25, 60 AufenthG; § 51 AuslG; §§ 1, 4 AufenthV
Leitsätze:

1. Der Widerruf der Flüchtlingsanerkennung kommt in Betracht, wenn ein Aus-schlusstatbestand im Sinne von § 3 Abs. 2 AsylVfG nachträglich festgestellt wird.

2. Wer eine ausländische Terrororganisation aktiv unterstützt, kann dadurch den Ausschlusstatbestand des § 3 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3, Satz 2 AsylVfG (Beteiligung an Handlungen, die den Zielen und Grundsätzen der Vereinten Nationen zuwiderlaufen) verwirklichen.

3. Der Ausschlusstatbestand des § 3 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3, Satz 2 AsylVfG setzt keine Wiederholungsgefahr oder besondere Verhältnismäßigkeitsprüfung voraus und ist nicht auf staatliche Machtträger beschränkt.

4. Liegen die Voraussetzungen für den Widerruf der Flüchtlingsanerkennung wegen der Verwirklichung eines Ausschlusstatbestands im Sinne des § 3 Abs. 2 Satz 1 Nr. 3, Satz 2 AsylVfG vor, kann grundsätzlich auch die Asylanerkennung (Art. 16a Abs. 1 GG) widerrufen werden.

5. Das Bundesamt ist berechtigt, aber nicht verpflichtet, zeitgleich mit dem Widerruf der Asylberechtigung bzw. der Flüchtlingsanerkennung über das Vorliegen von Abschiebungsverboten nach § 60 Abs. 2 bis 7 AufenthG zu entscheiden.

 
Tenor:

Das angefochtene Urteil wird geändert.

Die Klage wird abgewiesen.

Der Kläger trägt die Kosten des Verfahrens beider Rechtszüge; Gerichtskosten werden nicht erhoben.

Das Urteil ist wegen der Kosten vorläufig vollstreckbar.

Die Revision wird nicht zugelassen.

 
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