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Oberlandesgericht Köln, 7 U 146/92

Datum:
15.01.1998
Gericht:
Oberlandesgericht Köln
Spruchkörper:
7. Zivilsenat
Entscheidungsart:
Teil-Versäumnis- und Schlussurteil
Aktenzeichen:
7 U 146/92
ECLI:
ECLI:DE:OLGK:1998:0115.7U146.92.00
 
Vorinstanz:
Landgericht Aachen, 4 0 115/89
Schlagworte:
Gerichtsvollzieher Pfändung
Normen:
GG Art. 34, BGB § 839, ZPO § 813
Leitsätze:

1. Ob der Wert einer gepfändeten Sache durch einen Sachverständigen geschätzt werden muß, weil es sich um eine Kostbarkeit handelt, entscheidet der Gerichtsvollzieher nach pflichtgemäßen Ermessen. Bloße Zweifel über das Vorliegen einer Kostbarkeit begründen dabei noch keine dahingehende Verpflichtung.

2. Zur Frage, wann bei einem Möbelstück (hier Stollenschrank aus dem 18. Jahrhundert) ausreichende Anhaltspunkte für das Vorliegen einer Kostbarkeit gegeben sind.

Rechtskraft:
rechtskräftig
 
Tenor:

I.

Auf die Berufung des beklagten Landes wird das Urteil des Landgerichts Aachen vom 15. April 1992 - 4 O 115/89 - teilweise abgeändert und wie folgt neu gefaßt:

Das beklagte Land wird verurteilt,

1.

an die Klägerin 39.208,60 DM nebst 4 % Zinsen aus 34.680,00 DM seit dem 1. Januar 1987 und aus 4.528,60 DM seit dem 22. März 1989 zu zahlen,

2.

die Klägerin von folgenden im Verfahren 4 O 597/86 LG Aachen entstandenen und mit Kostenfestsetzungsbeschluß vom 5. April 1988 festgesetzten Kostenerstattungsansprüchen freizustellen:

a)

In Höhe von 3.273,90 DM nebst 4 % Zinsen seit dem 2. Februar 1988 zugunsten des Herrn B. V., A., X. (Beklagter jenes Verfahrens),

b)

in Höhe von 3.238,50 DM nebst 4 % Zinsen seit dem 1. Februar 1988 zugunsten des Herrn Rechtsanwalt J. v., W., X. (Streithelfer zu 1)),

c)

in Höhe von 3.277,80 DM nebst 4 % Zinsen seit dem 10. Februar 1988 zugunsten des Herrn Rechtsanwalt U., M., X. (Streithelfer zu 2)).

Im übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die weitergehende Berufung des beklagten Landes sowie die Berufung der Klägerin werden zurückgewiesen.

II.

Die Kosten der ersten Instanz tragen die Kläge-rin zu 81 % und das beklagte Land zu 19 %:

Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen die Klägerin zu 65 % und das beklagte Land zu 35 %.

III.

Das Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

 
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