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Oberlandesgericht Hamm, 5 RBs 392/21

Datum:
13.01.2022
Gericht:
Oberlandesgericht Hamm
Spruchkörper:
5. Senat für Bußgeldsachen
Entscheidungsart:
Beschluss
Aktenzeichen:
5 RBs 392/21
ECLI:
ECLI:DE:OLGHAM:2022:0113.5RBS392.21.00
 
Vorinstanz:
Amtsgericht Hagen, 70 OWi 97/21
Schlagworte:
Widerspruch gegen Entscheidung im Beschlusswege, Verwaltungsbehörde
Normen:
OWiG § 72; StPO § 344 Abs. 2
Leitsätze:

1. Zum erforderlichen Vortrag der Rüge der Verletzung des § 72 Abs. 1 OWiG durch den Betroffenen gehört, dass die Rechtsbeschwerde mitteilt, dass der Betroffene dem Beschlussverfahren rechtzeitig widersprochen hat. Dabei reicht es aus, dass mitgeteilt wird, dass der Widerspruch nicht gegenüber dem Amtsgericht, sondern schon gegenüber der Verwaltungsbehörde ausgesprochen und nicht ausdrücklich zurückgenommen wurde. Wurde der Widerspruch durch den Verteidiger erklärt, muss dessen Bevollmächtigung zum Zeitpunkt des Widerspruchs vorgetragen werden.

2. Das Schweigen des Betroffenen auf den entsprechenden Hinweis des Amtsgerichts auf eine beabsichtigte Entscheidung nach § 72 OWiG lässt den einmal erhobenen Widerspruch nicht gegenstandslos werden.

 
Tenor:

Die angefochtenen Beschlüsse werden mit den zu Grunde liegenden Feststellungen aufgehoben.

Die Sache wird zur erneuten Verhandlung und Entscheidung – auch über die Kosten des Rechtsmittels – an das Amtsgericht Hagen zurückverwiesen.

 
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