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Oberlandesgericht Hamm, 4 U 72/19

Datum:
16.01.2020
Gericht:
Oberlandesgericht Hamm
Spruchkörper:
4. Zivilsenat
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
4 U 72/19
ECLI:
ECLI:DE:OLGHAM:2020:0116.4U72.19.00
 
Schlagworte:
Unionsmarkenstreitsache; Unionsmarkengericht; Zuständigkeit; Sachentscheidung; Verweisung
Normen:
VO (EU) 2017/1001 Art. 124 lit. a); VO (EU) 2017/1001 Art. 123 Abs. 1;; VO (EU) 2017/1001 Art. 133 Abs. 1; MarkenG § 125e Abs. 3; PO § 40 Abs. 2; ZPO § 281 Abs. 1; ZPO § 513 Abs. 2
Leitsätze:

1. Die Bestimmungen der Unionsmarkenverordnung über die Zuständigkeit der Unionsmarkengerichte sind dahin auszulegen, dass nur Unionsmarkengerichte Sachentscheidungen in Unionsmarkenstreitsachen treffen dürfen.

2. Die Anwendung des § 513 Abs. 2 ZPO darf nicht dazu führen, dass ein Berufungsgericht, das kein Unionsmarkengericht ist, eine Sachentscheidung in einer Unionsmarkenstreitsache trifft. § 513 Abs. 2 ZPO ist unionsrechtskonform in entsprechender Weise einschränkend auszulegen.

 
Tenor:

Auf die Berufung der Klägerin wird das am 30.04.2019 verkündete Urteil der 8. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Bielefeld im Kostenpunkt und insoweit aufgehoben, als darin über Ansprüche aufgrund einer behaupteten Verletzung der Unionsmarke (Registernummer 011513082) entschieden worden ist. Im Umfang der Aufhebung wird der Rechtsstreit an das Landgericht Düsseldorf als Unionsmarkengericht erster Instanz verwiesen.

Die Entscheidung über die Kosten des Rechtsstreits einschließlich der Kosten des Berufungsverfahrens bleibt dem Landgericht Düsseldorf vorbehalten.

Dieses Urteil ist vorläufig vollstreckbar.

 
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