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Oberlandesgericht Hamm, 3 Ws 288/17

Datum:
16.11.2017
Gericht:
Oberlandesgericht Hamm
Spruchkörper:
3. Strafsenat
Entscheidungsart:
Beschluss
Aktenzeichen:
3 Ws 288/17
ECLI:
ECLI:DE:OLGHAM:2017:1116.3WS288.17.00
 
Vorinstanz:
Landgericht Münster, 18 StVK 69/17
Schlagworte:
Maßregel Unterbringung psychiatrisches Krankenhaus Verhältnismäßigkeit Führungsaufsicht Weisungen
Normen:
StGB § 67d Abs. 6; 68b Abs. 1; 67d Abs. 2
Leitsätze:

1. Die allgemeine Verhältnismäßigkeitsregelung in § 67d Abs. 6 Satz 1 StGB ist durch die Schaffung der Regelunverhältnismäßigkeit nach sechs bzw. zehn Jahren gemäß § 67d Abs. 6 Satz 2 und 3, Abs. 3 Satz 1 StGB nicht obsolet geworden.

2. Damit erfordert das Verfassungsgebot der Verhältnismäßigkeit staatlich erzwungener Freiheitsbeschränkungen auch weiterhin, die Unterbringung eines Täters nur so lange zu vollstrecken, wie der Zweck der Maßregel es unabweisbar erfordet und weniger belastende Maßnahmen nicht genügen.

3. Weisungen im Rahmen der Führungsaufsicht, um das vorbeschriebene Setting aufrecht zu erhalten und der fortbestehenden Gefährlichkeit des Verurteilten Rechnung zu tragen, sind weniger effektiv als Weisungen im Rahmen einer Maßregelaussetzung zur Bewährung.

 
Tenor:
 
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