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Oberlandesgericht Hamm, 8 UF 117/13

Datum:
23.12.2013
Gericht:
Oberlandesgericht Hamm
Spruchkörper:
8. Senat für Familiensachen
Entscheidungsart:
Beschluss
Aktenzeichen:
8 UF 117/13
ECLI:
ECLI:DE:OLGHAM:2013:1223.8UF117.13.00
 
Vorinstanz:
Amtsgericht Dülmen, 6 F 308/11
Schlagworte:
Krankenunterhalt, Rangfolge, Verwirkung, Herabsetzung, Befristung, ehebedingter Nachteil, Erwerbsunfähigkeitsrente
Normen:
§§ 1572, 1578, 1578b, 1579 Nr. 4, 1609 Nr. 2 BGB
Leitsätze:

1.

Steht der früheren Ehefrau Krankenunterhalt und stünde der neuen Ehefrau Aufstockungsunterhalt zu, kann eine Ehe von langer Dauer gem. § 1609 Nr. 2 BGB auch dann in Betracht kommen, wenn der früheren Ehefrau kein ehebedingter Nachteil entstanden ist.

2.

Zur Frage der mutwilligen Herbeiführung der Bedürftigkeit bei Behandlungsbedürftigkeit eines psychischen Leidens.

3.

Zur Herabsetzung und Befristung des nachehelichen Unterhalts.

 
Tenor:

Auf die Beschwerde des Antragsgegners wird der am 19.04.2013 verkündete Beschluss des Amtsgerichts - Familiengericht – Dülmen teilweise abgeändert und wie folgt neu gefasst:

Der Antragsgegner wird verpflichtet, wie folgt nachehelichen Unterhalt zu zahlen:

a)

für Juli 2011:

815,00 € abzüglich gezahlter 611,00 €, davon 159,52 € an die Antragstellerin und 44,08 € nebst Zinsen in Höhe von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz aus 44,08 € seit dem 05.07.2011 an das Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen ‑ Das Jobcenter ‑, Kurt-Schumacher-Straße 379, 45897 Gelsenkirchen

b)

für August bis Dezember 2011:

monatlich 815,00 €, davon 159,92 € an die Antragstellerin und je 655,08 € an das Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen

c)

für Januar bis September 2012:

monatlich 793,00 €, davon für die Zeit von Januar bis August 2012 je 127,32 € an die Antragstellerin und 665,68 € an das Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen, für September 2012 119,13 € an die Antragstellerin und 673,87 € an das Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen

d)

für Oktober bis Dezember 2012:

monatlich 1.008,00 €, davon je 334,13 € an die Antragstellerin und je 673,87 € an das Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen

e)

für Januar bis Dezember 2013:

monatlich 1.034,00 € abzüglich für die Monate August bis November 2013 jeweils gezahlter 770,00 €, davon für die Zeit von Januar bis Juli 2013 je 360,13 € an die Antragstellerin und je 673,87 € an das Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen, für die Zeit von August bis November 2013 je 264,00 € an das Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen und für Dezember 2013 360,13 € an die Antragstellerin und 673,87 € an das Integrationscenter für Arbeit Gelsenkirchen

f)

für Januar bis Dezember 2014:

monatlich 1.034,00 € an die Antragstellerin

g)

ab Januar 2015:

monatlich 800,00 € an die Antragstellerin.

Der weitergehende Antrag und die weitergehende Beschwerde werden

zurückgewiesen.

Die Kosten des erstinstanzlichen Verfahrens tragen die Antragstellerin zu 22 % und der Antragsgegner zu 78 %.

Die Kosten des Beschwerdeverfahrens tragen die Antragstellerin zu 15 %

und der Antragsgegner zu 85 %.

Die sofortige Wirksamkeit der Entscheidung wird angeordnet.

 
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