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Oberlandesgericht Düsseldorf, 2 U 87/24

Datum:
16.04.2026
Gericht:
Oberlandesgericht Düsseldorf
Spruchkörper:
2. Zivilsenat
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
2 U 87/24
ECLI:
ECLI:DE:OLGD:2026:0416.2U87.24.00
 
Vorinstanz:
Landgericht Düsseldorf, 4b O 19/23
Nachinstanz:
Bundesgerichtshof , I ZR 223/26
Schlagworte:
Abdeckteil
Normen:
§§ 823 Abs. 1, 1004 Abs. 1 BGB, § 8 Abs. 1, § 3 Abs. 1, § 4 Nr. 4, § 9 Abs. 1, § 13 Abs. 2 UWG
Leitsätze:

1.         Bei einer unberechtigten Infringement-Meldung eines Patentinhabers gegenüber einem Plattformbetreiber, die ein endgültiges Unterlassungsbegehren nicht beinhaltet, kann es sich um eine mit einer Schutzrechtsverwarnung vergleichbare Maßnahme handeln, die nach den Grundsätzen der unberechtigten Abnehmerschutzrechtsverwarnung gemäß §§ 823, 1004 BGB zu behandeln ist.

2.         Eine unberechtigte Infringement-Meldung eines Patentinhabers kann außerdem eine gezielte Mitbewerberbehinderung im Sinne von § 3 Abs. 1, § 4 Nr. 4 UWG darstellen.

3.      Bei einem deliktischen Anspruch zählen zu den ersatzpflichtigen Aufwendungen des Geschädigten grundsätzlich auch die durch das Schadensereignis erforderlich gewordenen Rechtsverfolgungskosten, soweit sie aus der Sicht des Geschädigten zur Wahrnehmung seiner Rechte erforderlich und zweckmäßig waren. Das gilt auch bei einem deliktischen Anspruch wegen Eingriffs in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb durch eine unberechtigte Infringement-Meldung.

4.      Für ein Anspruchsschreiben, mit dem ein deliktischer Anspruch wegen eines Eingriffs in den eingerichteten und ausgeübten Gewerbebetrieb unter dem Gesichtspunkt der unberechtigten Schutzrechtsverwarnung oder wegen einer unberechtigten Infringement-Meldung geltend gemacht wird, gelten in Bezug auf den Erstattungsanspruch nicht die Anforderungen des § 13 Abs. 3 UWG, auch wenn das Verhalten des Verwarnenden zugleich einen wettbewerbsrechtlichen Anspruch begründet (Anschluss an OLG Nürnberg, GRUR 2025,  1513 – Kuscheltiere).

 
Tenor:

I.

Die Berufung der Beklagten gegen das am 15.10.2024 verkündete Urteil der 4b Zivilkammer des Landgerichts Düsseldorf wird zurückgewiesen.

II.

Die Beklagte hat auch die Kosten des Berufungsverfahrens zu tragen.

III.

Dieses Urteil und das Urteil des Landgerichts sind vorläufig vollstreckbar.

Die Beklagte darf die Zwangsvollstreckung gegen Sicherheitsleistung in Höhe von 300.000,00 Euro abwenden, wenn nicht die Klägerin vor der Vollstreckung Sicherheit in gleicher Höhe leistet.

IV.

Die Revision wird zugelassen.

V.

Der Streitwert für das Berufungsverfahren wird auf 270.603,28 Euro festgesetzt.

 
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