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Oberlandesgericht Düsseldorf, 20 U 76/23

Datum:
28.09.2023
Gericht:
Oberlandesgericht Düsseldorf
Spruchkörper:
20. Zivilsenat
Entscheidungsart:
Beschluss
Aktenzeichen:
20 U 76/23
ECLI:
ECLI:DE:OLGD:2023:0928.20U76.23.00
 
Tenor:

I.

Das Verfahren wird ausgesetzt.

II.

Das Oberlandesgericht Düsseldorf legt dem Gerichtshof der Europäischen Union folgende Fragen vor:

1.Sind pflanzliche Arzneitees, die als „traditionelle pflanzliche Arzneimittel“ im Sinne von Art 2 Nr. 29 und Art. 16a der Richtlinie 2001/83/EG des Europäischen Parlaments und des Rates vom 6. November 2001 zur Schaffung eines Gemeinschaftskodexes für Humanarzneimittel (ABl. L 311 S. 67), eingefügt durch Art. 1 Nr. 1 und 2 der Richtlinie 2004/24 des Europäischen Parlaments und des Rates, (zukünftig: Gemeinschaftskodex) einzustufen sind, als „traditionelle pflanzliche Zubereitungen auf pflanzlicher Basis“ im Sinne von Art. 2 Abs. 1 in Verbindung mit Anhang I der Verordnung (EU) 2018/848 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 30. Mai 2018 über die ökologische/biologische Produktion und die Kennzeichnung von ökologischen/biologischen Erzeugnissen sowie zur Aufhebung der Verordnung (EG) Nr. 834/2007 des Rates (ABl. L 150 S. 1) (zukünftig: Öko-Verordnung) anzusehen?

2.Wenn die 1. Frage bejaht wird:

Können die in Kapitel IV der Öko-Verordnung vorgesehenen Kennzeichnungen insbesondere

-          das offizielle Bio-Logo der Europäischen Union (Art. 33 in Verbindung mit Anhang V Öko-Verordnung),

-          das firmeneigene Bio-Logo (Art. 33 Abs. 5 Öko-Verordnung),

-          die Codenummer der Kontrollstelle (Art. 32 Abs. 1 Buchstabe a) Öko-Verordnung),

-          der Ort der Erzeugung „Nicht- bzw. EU-Landwirtschaft“ (Art. 32 Abs. 2 Öko-Verordnung),

-          der Begriff „Bio“ (Art. 30 Abs. 2 Öko-Verordnung) und

-          der Hinweis „aus ökologischem Landbau (Art. 30 Abs. 1 Öko-Verordnung)

auf der äußeren Umhüllung eines Arzneimittels angebracht werden, ohne dass die Voraussetzungen des Art. 62 des Gemeinschaftskodexes vorliegen müssen?

3.Wenn die 1. oder 2. Frage verneint wird:

Handelt es sich bei den in der 2. Frage aufgeführten Kennzeichnungen um solche, die im Sinne des Art. 62 des Gemeinschaftskodexes „für den Patienten wichtig sind“ und nicht „Werbecharakter haben können“?

 

G r ü n d e :

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