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I. Zu Lasten der Versorgung der Antragstellerin bei der Y. (Personalnr. N01) werden auf dem Versicherungskonto Nr. N02 des Antragsgegners bei der P. Rentenanwartschaften von monatlich 593,02 EUR, bezogen auf den 31. 12. 2007, begründet.Der Monatsbetrag der Rentenanwartschaften ist in Entgeltpunkte umzurechnen.
II. Die Kosten des Verfahrens werden wechselseitig aufgehoben.
G r ü n d e
2Nach § 1587 Abs. 1 BGB sind im Versorgungsausgleich die in der Ehezeit erworbenen Versorgungen auszugleichen. Die Ehezeit beginnt mit dem ersten Tag des Eheschließungsmonats und endet mit dem letzten Tag des Monats, welcher dem Monat vorausgeht, in welchem der Scheidungsantrag zugestellt wurde (§ 1587 Abs. 2 BGB):
3Die Ehe der Parteien ist am 07. 09. 1981 geschlossen worden, so dass die Ehezeit am 01. 09. 1981 begann. Die Zustellung des Scheidungsantrags ist am 15. 01. 2008 erfolgt; die Ehezeit endete folglich am 31. 12. 2007.
4In dieser Zeit haben die Parteien folgende Anrechte erworben:
5A. Anwartschaften der Antragstellerin:
61. Bei der I.
7Bund . . . . . . . . . . . . . 24,07 EUR
8Versicherungsnr. N03
92. Bei der Y.
10ehezeitliche Monatsrente . . . . . . 1.906,17 EUR
11Der Wert der Versorgung steigt in vergleichbarer Weise wie der Wert der gesetzlichen Rentenversicherung oder der Beamtenversorgung (volldynamische Versorgung nach § 1587 a Abs. 1 BGB). Eine Umrechnung ist nicht erforderlich.
12Der Versorgungsträger lässt die Realteilung nicht zu. Es handelt sich um einen inländischen öffentlich-rechtlichen Versorgungsträger.
13Das ergibt folgende Übersicht:
14splittingfähig gem. § 1587 b Abs. 1 BGB mit EP: . . . 24,07 EUR
15Quasisplitting nach § 1 Abs. 3 VAHRG: . . . . 1.906,17 EUR
16insgesamt: . . . . . . . . . . . 1.930,24 EUR
17B. Anwartschaften des Antragsgegners:
181. Bei der I.
19W. . . . . . . . . . . . 272,78 EUR
20Versicherungsnr. N02
212. Bei der F. GmbH
22Es handelt sich um ein Anrecht der betrieblichen Altersversorgung nach § 1587 a Abs. 2 Nr. 3 BGB.
23Jahresrente . . . . . . . . . . 21.000,00 EUR
24Nach § 1587 a Abs. 2 Nr. 3 BGB ist nur der Ehezeitanteil der Betriebsrente auszugleichen, der sich nach dem Zeit-Zeit-Verhältnis wie folgt berechnet:
25Betriebszugehörigkeit
26Anfang . . . . . . . . . 01. 08. 1987
27Ende . . . . . . . . . . 01. 02. 2016
28Gesamtzeit (Monate): . . . . . . . . 342
29in Ehezeit (Monate): . . . . . . . . . 245
30Ehezeitanteil in % . . . . . . . . . 71,6374
31als Betrag: 21000 * 71,6374% = . . . . . 15.043,85 EUR
32Altersgrenze . . . . . . . . . . . 65
33Der Wert dieser Versorgung steigt nicht in gleicher oder nahezu gleicher Weise wie der Wert der gesetzlichen Rentenversicherung oder der Beamtenversorgung. Der Ehezeitanteil der Versorgung ist daher gem. § 1587 a Abs.3,4 BGB in eine dynamische Rente umzurechnen. Dafür ist zuerst nach der BarwVO der Barwert zu berechnen.
34BarwertVO Tabelle: . . . . . . . . . 2
35Alter bei Ehezeitende: . . . . . . . . 56
36Barwertfaktor: . . . . . . . . . . 7
37Barwert: . . . . . . . . . . 105.306,95 EUR
38Aus Barwert oder Deckungskapital wird eine dynamische Rente in der Weise berechnet, dass der Wert fiktiv in die gesetzliche Rentenversicherung eingezahlt wird. Somit ist der Betrag mit dem für das Ehezeitende gelten- den Umrechnungsfaktor der Rechengrößenbekanntmachung in Entgeltpunkte (EP) und diese mit Hilfe des aktuellen Rentenwerts (ARW) nach § 1587 a Abs. 3, 4 BGB in eine Rente der gesetzlichen Rentenversicherung umzurechnen.
39Umrechnungsfaktor Beiträge in EP: . . . . . 0,0001704126
40Entgeltpunkte: . . . . . . . . . . 17,9456
41aktueller Rentenwert: . . . . . . . . 26,27 EUR
42EUR dynamisch: 17,9456 * 26,27 = . . . . . 471,43 EUR
43Der Versorgungsträger lässt die Realteilung nicht zu. Es handelt sich um einen inländischen privatrechtlich organisierten Versorgungsträger.
44Das ergibt folgende Übersicht:
45splittingfähig gem. § 1587 b Abs. 1 BGB mit EP: . . . 272,78 EUR
46Schuldr.Ausgl. § 2 VAHRG, inländisch: . . . . . 471,43 EUR
47insgesamt: . . . . . . . . . . . . 744,21 EUR
48Ausgleich
49Nach § 1587 a Abs. 1 BGB ist der Ehegatte mit den höheren Anrechten ausgleichspflichtig:
501930,24 - 744,21 = . . . . . . . . . 1.186,03 EUR
51Ausgleichspflicht der Antragstellerin: . . . . . . 593,02 EUR
52Der Ausgleich erfolgt durch analoges Quasisplitting nach
53§ 1 Abs. 3 VAHRG in Höhe von: . . . . . . . 593,02 EUR
54Höchstausgleich (West) . . . . . . . . 1.110,77 EUR
55Er ist nicht überschritten.
56Für einen Ausschluss des Versorgungsausgleichs besteht kein Anlass; entgegen der Auffassung der Antragstellerin sind die tatbestandlichen Voraussetzungen des § 1587c BGB nicht gegeben:
57a) Ob und gegebenenfalls mit welchen Konsequenzen die von den Parteien vor dem Notar G. in Z. zu UR-Nr. N04 am 00. Mai 0000 geschlossene Trennungs- und Scheidungsfolgenvereinbarung zu einer unbilligen oder gar sittenwidrigen Benachteiligung der Antragstellerin führt, kann für die hier zur Entscheidung stehende Frage auf sich beruhen. Die vorbezeichnete Vereinbarung beschränkt sich bezüglich des Versorgungsausgleichs im Ergebnis auf die Festschreibung der gesetzlichen Regel. Soweit bestimmte Lebensversicherungen aus dem Versorgungsausgleich ausgenommen werden sollen, ist auch dies unschädlich, da diese – als reine Kapitallebensversicherungen – ohnehin der güterrechtlichen Auseinandersetzung vorbehalten blieben.b) Der Hinweis der Antragstellerin auf die infolge der längeren Auslandsaufenthalte des Antragsgegners angeblich erwachsene „Doppelbelastung“ stellt schon deshalb keinen erheblichen Umstand im Sinne § 1587c BGB dar, weil diese Auslandsaufenthalte nicht etwa der Erholung oder Vergnügungszwecken dienten, sondern vielmehr in unmittelbarem Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit des Antragsgegners standen.
58c) Entgegen der Auffassung der Antragstellerin kann auch nicht davon ausgegangen werden, dass die Altersversorgung des Antragsgegners durch seine bestehenden Anrechte hinreichend gesichert sei. Der wesentliche Anteil der von dem Antragsgegner ehezeitlich erworbenen Anrechte besteht aus den von der F. GmbH gegebenen Versorgungszusagen. Diese aber sind, wie vom Antragsgegner im Rahmen der mündlichen Verhandlung vom 6.02.2009, bislang nur unzureichend abgesichert bzw. rückversichert und unterliegen damit zumindest teilweise einem nicht geringen Ausfall- / Insolvenzrisiko.Darüber hinaus kann nicht nachvollzogen werden, aus welchen Gründen die Altersversorgung des Antragsgegners mit einem ehezeitlichen Betrag von 744,21 EUR hinreichend soll, gleichzeitig aber die (nach Durchführung des Versorgungsausgleichs) deutlich höheren Anrechte der Antragstellerin keine angemessene Versorgung mehr darstellen sollen.Soweit diese mutmaßt, in absehbarer Zeit (aus gesundheitlichen Gründen) nicht mehr als Ärztin arbeiten und damit die erworbenen Anrechte nicht weiter erhöhen zu können, steht dem auf Seiten des Antragsgegners ein vergleichbares, aus einer etwaigen Insolvenz seines Unternehmens und seinem Alter resultierendes Risiko gegenüber.Im übrigen verbleiben der Antragstellerin nach Durchführung des Versorgungsausgleichs neben ihrem Vermögen noch Altersversorgungsanwartschaften in Höhe von allein ehezeitlich rund € 1.300,00; hinzu kommen die nach Ehezeitende erworbenen weiteren Anrechte. Damit aber ist für eine hinreichende Absicherung im Alter auch bei Durchführung des Versorgungsausgleichs Sorge getragen, eine u8nbillige Härte aber jedenfalls nicht erkennbar.d) Aus Vorgesagtem folgt zugleich, dass es auf die Frage, ob die Antragstellerin in allernächster Zeit eine vollständige Erwerbsunfähigkeit zu befürchten hat, im Ergebnis nicht ankommt: Selbst wenn dies der Fall sein sollte (was im Hinblick auf den diesbezüglichen Beweisantritt mithin als wahr zu unterstellen ist), die Antragstellerin keinerlei zusätzliche Absicherung für den Fall der Berufs-/Erwerbsunfägkeit getroffen hat und ihr jede Möglichkeit genommen wäre, für eine weitere Steigerung ihrer Altersvorsorgeanwartschaften Sorge zu tragen, verbliebe dieser doch schon von den ehezeitlich erworben Anrechten so viel, dass ein Abgleiten in die Sozialhilfebedürftigkeit oder Armut nicht zu besorgen steht.
59e) Auch eine Zusammenschau aller von der Antragstellerin gegen die Durchführung des Versorgungsausgleichs vorgebrachten Gesichtspunkte ergibt nichts, was den Tatbestand des § 1587c BGB (in welcher Alternative auch immer) ausfüllen könnte. Dass der Antragstellerin u.U ein hartes Lebensschicksal beschieden sein könnte, soll in diesem Zusammenhang nicht in Abrede gestellt werden. Indes ist dieser Umstand allein nicht hinreichend, eine sich aus der Durchführung des Versorgungsausgleichs ergebende unerträgliche Härte zu begründen.
60Die Anordnung der Umrechnung in Entgeltpunkte folgt § 1587 b Abs. 6 BGB.
61Die Kostenentscheidung folgt aus § 93a ZPO.
62Streitwert: € 2.000,-