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Amtsgericht Aachen, 91 IN 218/11

Datum:
26.08.2011
Gericht:
Amtsgericht Aachen
Spruchkörper:
Richterin am Amtsgericht
Entscheidungsart:
Beschluss
Aktenzeichen:
91 IN 218/11
ECLI:
ECLI:DE:AGAC1:2011:0826.91IN218.11.00
 
Tenor:

Es wird ein schrift­li­ches Sach­ver­stän­di­gen­gu­tach­ten da­rü­ber ein­ge­holt,

- in wel­chem Land sich der Mit­tel­punkt der haupt­säch­li­chen In­te­res­sen des Schuldners be­fin­det (Art. 3 Abs. 1 EuInsVO) und ob ggf. in ei­nem an­de­ren Mit­glied­staat be­reits ein Haupt­in­sol­venz­ver­fah­ren über das Ver­mö­gen des Schuldners er­öff­net wur­de.

- Falls sich der Mit­tel­punkt der haupt­säch­li­chen In­te­res­sen in Deutsch­land be­fin­det, wird der Sachverständige mit der Prü­fung be­auf­tragt, ob und ggf. wel­che Si­che­rungs­maß­nah­men zu tref­fen sind;

- ob der Schuldner zur Zeit der Stel­lung des vor­liegen­den Er­öff­nungs­an­tra­ges eine selbst­stän­di­ge wirt­schaft­li­che Tä­tig­keit aus­üb­te,

falls nein:

- ob und in wel­chem Zeit­raum der Schuldner in der Ver­gan­gen­heit eine selbst­stän­di­ge wirt­schaft­li­che Tä­tig­keit aus­ge­übt hat und ob seine Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se ü­ber­schaubar sind, ins­be­son­de­re wie vie­le Gläu­bi­ger er hat und ob ge­gen ihn For­de­run­gen aus Ar­beits­ver­hält­nis­sen ein­schließ­lich sol­cher von Steu­er­gläu­bi­gern oder So­zi­al­ver­si­che­rungs­trä­gern beste­hen;

- ob ein nach der Rechts­form des Schuldners maß­gebli­cher Er­öff­nungs­grund vor­liegt und wel­che Aus­sich­ten ggf. für eine Fort­füh­rung des schuld­ne­ri­schen Un­ter­neh­mens beste­hen;

- ob eine kostendecken­de Mas­se vor­han­den ist.

Mit der Er­stat­tung des Gu­tach­tens wird Rechtsanwalt T aus B-Stadt be­auf­tragt.

Der Sachverständige ist be­rech­tigt, Aus­künf­te über die schuld­ne­ri­schen Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se bei Drit­ten ein­zu­ho­len.

Der Schuldner hat dem Sachverständigen Ein­sicht in die Bü­cher und Ge­schäfts­pa­pie­re zu ge­stat­ten und sie ihm auf Ver­lan­gen bis zur Ent­schei­dung über die Er­öff­nung des Ver­fah­rens he­raus­zuge­ben. Er hat alle Aus­künf­te zu er­tei­len, die zur Auf­klä­rung der schuld­ne­ri­schen Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se er­for­der­lich sind. Bei Miss­ach­tung die­ser Pflicht kann das Ge­richt den Schuldner oder seine or­gan­schaft­li­chen Ver­tre­ter zur Ab­ga­be der eidesstatt­li­chen Ver­si­che­rung la­den, zwangs­wei­se vor­füh­ren las­sen oder in Haft neh­men (§§ 22 Abs. 3, 97, 98, 101 InsO).

Das Gu­tach­ten hat in al­ler Re­gel eine ge­ord­ne­te und hin­rei­chend auf­ge­schlüs­sel­te ge­prüf­te Ü­ber­sicht über die schuld­ne­ri­schen Ein­kom­mens- und Ver­mö­gens­ver­hält­nis­se ein­schließ­lich der Art und Höhe der Schul­den zu ge­ben. So­weit es in Be­tracht kommt, sind die zu­stän­di­gen So­zi­al­ver­si­che­rungs­trä­ger ein­schließ­lich der Be­rufs­ge­nos­sen­schaft und bei Grund­be­sitz die ge­nau­en Grund­buch­be­zeich­nun­gen zu er­mit­teln.

Ist der Schuldner eine na­tür­li­che Per­son, so hat der Sachverständige Um­stän­de oder Ver­hal­tens­wei­sen des Schuldners, die im wei­te­ren Ver­lauf des Ver­fah­rens eine Ver­sa­gung der Rest­schuld­be­frei­ung recht­fer­ti­gen könn­ten (§ 290 InsO), mit­zu­tei­len, so­weit sie ihm bei den Er­mitt­lun­gen be­kannt ge­wor­den sind.

Falls der Sachverständige den Auf­trag nicht binnen vier Wochen voll­stän­dig er­fül­len kann, ist dem Ge­richt ein Zwi­schen­be­richt zu er­stat­ten.

Soll­ten Si­che­rungs­maß­nah­men er­for­der­lich wer­den, ist dies dem Ge­richt un­ver­züg­lich mit­zu­tei­len.

 
 

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