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Landesberufsgericht für Heilberufe NRW, 6t A 1843/10.T

Datum:
06.02.2013
Gericht:
Landesberufsgericht für Heilberufe NRW
Spruchkörper:
1. Senat des Landesberufsgerichts für Heilberufe
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
6t A 1843/10.T
ECLI:
ECLI:DE:LBGHNRW:2013:0206.6T.A1843.10T.00
 
Vorinstanz:
Berufsgericht für Heilberufe Köln, 37 K 7762/09.T
Leitsätze:

1. Eine die Vorschriften der Gebührenordnung für Ärzte - GOÄ - nicht beachtende Abrechnung ist geeignet, einen berufsrechtlich relevanten Verstoß gegen die Berufspflichten im Sinne des § 29 Abs. 1 HeilBerG NRW zu begründen (Fortführung der Senatsrechtsprechung, vgl. Beschluss vom 29. September 2010 - 6t E 1060/08.T -, ArztR 2011, 150).

2. Die gegen einzelne Vorschriften der GOÄ verstoßende Rechnungsstellung ist unabhängig davon unangemessen im Sinne des § 12 Abs. 1 Satz 1 der Berufsordnung für die Nordrheinischen Ärztinnen und Ärzte, ob durch eine andere Rechnungsstellung unter Ansatz anderer Gebührenziffern oder höherer Steigerungsfaktoren nach § 5 GOÄ ein gleich hoher oder sogar ein höherer Gesamtbetrag für die erbrachte ärztliche Leistung hätte gefordert werden können.

3. „Sitzung“ im Sinne von Nr. 2 der Allgemeinen Bestimmungen zu C VI. GOÄ ist der gesamte auf den Leistungsinhalt bezogene Arzt-Patienten-Kontakt bzw. die entsprechende Arzt-Patienten-Begegnung.

4. Zur Veröffentlichung des rechtskräftigen vollständigen berufsgerichtlichen Urteils unter Nennung des Namens des Beschuldigten und zu den dabei zu beachtenden Vorgaben des Verfassungsrechts:

a) Ein besonderer Fall im Sinne des § 60 Abs. 3 HeilBerG NRW liegt regelmäßig dann vor, wenn für ein besonders schwerwiegendes Berufsvergehen eine Maßnahme nach § 60 Abs. 1 HeilBerG NRW verhängt wird, eine Kombination der Maßnahmen im Sinne des § 60 Abs. 2 HeilBerG NRW nicht ausreicht und der Fall besondere Bedeutung für die Allgemeinheit oder für die in der Kammer zusammengeschlossenen Berufsangehörigen hat.

b) Liegen die Voraussetzungen des § 60 Abs. 3 HeilBerG NRW vor, ist die antragstellende Kammer zur Veröffentlichung des Urteils in ihrem Veröffentlichungsorgan zu verpflichten.

 
Tenor:

Das angefochtene Urteil wird unter Zurückweisung der Berufung im Übrigen geändert und wie folgt neu gefasst:

Gegen den Beschuldigten wird wegen Verletzung der Berufspflichten auf die Entziehung des passiven Berufswahlrechts und eine Geldbuße in Höhe von 20.000,00 Euro erkannt.

Die Antragstellerin ist berechtigt, das Urteil des Landesberufsgerichts für Heilberufe im S.           Ärzteblatt zu veröffentlichen.

Die Kosten des Berufungsverfahrens werden dem Beschuldigten auferlegt.

Die Gebühr für das Berufungsverfahren wird auf 500 Euro festgesetzt.

 
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