Seite drucken Seite drucken   Entscheidung als PDF runterladen Entscheidung als PDF runterladen

Landesarbeitsgericht Köln, 7 SLa 567/25

Datum:
29.05.2026
Gericht:
Landesarbeitsgericht Köln
Spruchkörper:
7. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
7 SLa 567/25
ECLI:
ECLI:DE:LAGK:2026:0529.7SLA567.25.00
 
Vorinstanz:
Arbeitsgericht Bonn, 5 Ca 2158/24
Nachinstanz:
Bundesarbeitsgericht , 5 AZR 122/26
Schlagworte:
Gesamtzusage, Auslegung, Vergütungsanpassung, Verbraucherpreisindex, AGB, Widerruf, Widerrufsvorbehalt, Preisklauselgesetz, Ausschlussfrist
Normen:
§§ 305 ff. BGB, § 308 Nr. 4 BGB, § 8 PreisklG, § 1 PreisklG, § 134 BGB
Sachgebiet:
Arbeitsrecht
Leitsätze:

Verpflichtet sich der Arbeitgeber gegenüber dem Arbeitnehmer, die Vergütung entsprechend den durch das Statistische Bundesamt bekannt gemachten Veränderungsraten des Verbraucherpreisindex zu erhöhen, verstößt dies, sofern nicht die Voraussetzungen einer Ausnahme vom Verbot gegeben sind, gegen § 1 Abs. 1 PreisklG.

Die Rechtsfolgen aus § 1 Abs. 1 PreisklG iVm. § 134 BGB treten ex nunc im nach § 8 Satz 1 PreisklG maßgeblichen Zeitpunkt ein. Der Arbeitnehmer kann daher im Zeitraum bis zur rechtskräftigen Feststellung eines Verstoßes gegen § 1 PreisklG Vergütung unter Einbeziehung der gegen § 1 Abs. 1 PreisklG verstoßenden Vergütungsregelung verlangen.

Der Arbeitgeber kann die Nichtigkeit einer gegen § 1 Abs. 1 PreisklG verstoßenden Vergütungsregelung im Wege einer Feststellungs(wider-)klage geltend machen.

Inhaltsangabe:

Die Parteien streiten über Vergütungsdifferenzansprüche. In diesem Zusammenhang geht es im Wesentlichen darum, ob sich die beklagte Arbeitgeberin im Wege einer Gesamtzusage verpflichtet hat, die Vergütungshöhe der Arbeitnehmer jährlich an den Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes anzupassen. Im Wege der Widerklage begehrt die Arbeitgeberin entsprechend § 8 Satz 1 PreisklG die Feststellung, dass die Vergütungsanpassung an den Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes unwirksam ist.

 
Tenor:
  1. Die Berufung der Beklagten gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Bonn vom 09.07.2025 - 5 Ca 2158/24 - wird zurückgewiesen.

  1. Auf die Anschlussberufung des Klägers wird - unter Zurückweisung der Anschlussberufung im Übrigen - das Urteil des Arbeitsgerichts Bonn vom 09.07.2025 - 5 Ca 2158/24 - im Kostenausspruch sowie hinsichtlich der Klageabweisung im Übrigen teilweise abgeändert und die Beklagte verurteilt, an den Kläger weitere 268,89 € brutto nebst Verzugszinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit dem 03.09.2024 zu zahlen.

  1. Die Kosten des arbeitsgerichtlichen Verfahrens tragen bei einem Streitwert in Höhe von 17.458,87 € der Kläger zu 84 % und die Beklagte zu 16 %. Die Kosten des Berufungsverfahrens tragen bei einem Streitwert in Höhe von 12.325,59 € der Kläger zu 77 % und die Beklagte zu 23 %.

  1. Die Revision wird zugelassen.

 
1 2 3 4 5 6 9 10 11 12 13 14 15 16 17 20 21 22 23 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86
87
88 89 90 91 92 95 96 97 98 99 100 101 102 103 104 105 106 107 108 109 110 111 112 113
114
115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 138 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 217 218 219 220 221 222 223 224 225 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254 255 256 257 258 259 260 261 262 263 264 265 266 267 268 269 270 271 272 273 274 275 276 277 278 279 280 281 282 283 284
 

Seite drucken Seite drucken Entscheidung als PDF runterladen Entscheidung als PDF runterladen

logo_justiz-nrw-online_rechtsprechungsdatenbank