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Landesarbeitsgericht Köln, 6 Sa 526/22

Datum:
12.01.2023
Gericht:
Landesarbeitsgericht Köln
Spruchkörper:
6. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
6 Sa 526/22
ECLI:
ECLI:DE:LAGK:2023:0112.6SA526.22.00
 
Vorinstanz:
Arbeitsgericht Köln, 19 Ca 7153/21
Nachinstanz:
Bundesarbeitsgericht, 5 AZN 88/23
Schlagworte:
Mehrarbeit; Darlegung; Arbeitsleistung; Untätigkeit
Normen:
§ 611 a BGB; § 612 BGB
Sachgebiet:
Arbeitsrecht
Leitsätze:

1. Die Regelung in § 21 ArbZG stellt öffentlich-rechtliches Arbeits(zeit)schutzrecht dar ohne zwingenden Bezug zu § 611 a Abs. 2 BGB. Ihr kann deshalb aber nicht jegliche Indizwirkung abgesprochen werden. Zwar kann „keine Arbeitszeit“ im arbeitsschutzrechtlichen Sinne durchaus „Arbeitszeit“ im vergütungsrechtlichen Sinne sein (vgl. BAG v. 20.04.2011 - 5 AZR 200/10 -), muss es aber nicht.

2. Auch wenn die Aufzeichnungen nach § 21a Abs. 7 ArbZG primär der Kontrolle der Einhaltung der arbeitszeitrechtlichen Belange durch die Aufsichtsbehörden dienen (§ 17 Abs. 1, Abs. 4 ArbZG), stehen sie doch zugleich den Beschäftigten und den Arbeitgebern und Arbeitgeberinnen als geeignetes Hilfsmittel bei der Rekonstruktion und Darlegung der Arbeitszeit zur Verfügung (BAG v. 28.08.2019 – 5 AZR 425/18 –; BAG v. 21.12.2016 - 5 AZR 362/16 -).

 
Tenor:

I.               Auf die Berufung beider Parteien wird das Urteil des Arbeitsgerichts Köln vom 24.06.2022 - 19 Ca 7153/21 - abgeändert und wie folgt insgesamt neu gefasst:

1.               Der Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 6.580,00 EUR brutto zu zahlen

zuzüglich

Zinsen in Höhe von jeweils fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz

aus jeweils 180,00 EUR seit dem 01.02.2018, 01.03.2018, 01.04.2018, 01.05.2018, 01.06.2018, 01.08.2018;

aus jeweils 240,00 EUR seit dem 01.09.2018, 01.10.2018, 01.11.2018, 01.12.2018;

aus 360,00 EUR seit dem 01.01.2019;

aus jeweils 380,00 EUR seit dem 01.02.2019, 01.03.2019, 01.04.2019, 01.05.2019, 01.06.2019, 01.08.2019, 01.09.2019, 01.10.2019, 01.11.2019, 01.12.2019, 01.01.2020;

abzüglich

am 01.07.2018 überzahlter 48,00 EUR brutto,

am 19.09.2018 verrechneter 240,00 EUR netto (Privatfahrt),

am 17.09.2018 gezahlter 2.500,00 EUR netto(Barzahlung),

am 01.07.2019 überzahlter 76,00 EUR brutto,

am 01.08.2019 verrechneter 800,00 EUR netto (Anhänger),

am 08.04.2019 verrechneter 200,00 EUR netto (Privatfahrt),

am 26.06.2019 verrechneter 450,00 EUR netto (Privatfahrt).

2.              Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

II.               Im Übrigen werden die Berufungen des Klägers und des Beklagten zurückgewiesen.

III.               Die Kosten des Rechtsstreits hat zu 1/7 der Beklagte zu tragen und zu 6/7 der Kläger

IV.               Die Revision wird nicht zugelassen.

 
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