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Landesarbeitsgericht Köln, 11 Sa 563/07

Datum:
31.08.2007
Gericht:
Landesarbeitsgericht Köln
Spruchkörper:
11. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
11 Sa 563/07
ECLI:
ECLI:DE:LAGK:2007:0831.11SA563.07.00
 
Vorinstanz:
Arbeitsgericht Köln, 1 Ca 5490/06
Schlagworte:
Anwendungsvoraussetzungen einer ablösenden ("verbessernden") tariflichen Versorgungsordnung
Normen:
Art. 3 Abs. 1, 9 Abs. 3, 14 Abs. 1, 20 Abs. 3, 28 Abs. 1 Satz 1 GG; §§ 1, 2 Abs. 2 Satz 2, 3 Abs. 1 Satz 1, 10 Satz 3 Nr. 4 AGG; § 1 b BetrAVG; § 41 Satz 2 SGB VI; Art. 6 Abs. 1 Satz 1, Abs. 2 Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27.11.2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Beschäftigung und Beruf
Sachgebiet:
Arbeitsrecht
Leitsätze:

1. In einer sog. ablösenden tariflichen Versorgungsordnung, die für die betreffenden Personen gegenüber der bisherigen Versorgungsordnung günstigere Versorgungs-leistungen vorsieht, können die Tarifvertragsparteien – je nach den Umständen des Einzelfalls – wirksam vereinbaren, dass diese keine Anwendung auf (ehemali-ge) Mitarbeiter des Arbeitgebers findet, die zu einem bestimmten früheren Zeit-punkt entweder bereits Versorgungsempfänger sind oder das 63. Lebensjahr voll-endet haben.

2. Verfolgen die Tarifvertragsparteien mit einer solchen – negativen – Anwendungs-voraussetzung unter Wahrung der Grundsätze der Angemessenheit und Erforder-lichkeit ein sachlich gerechtfertigtes und legitimes Ziel, verstößt diese Differenzie-rung insbesondere nicht gegen den Gleichheitsgrundsatz (Art. 3 Abs. 1 GG), das Eigentumsgrundrecht (Art. 14 Abs. 1 GG) und gegen die sich aus dem Rechts-staatsprinzip (Art. 20 Abs. 3, 28 Abs. 1 Satz 1 GG) ergebenden Grundsätze des unzulässigen Rückwirkungsverbots, des Vertrauensschutzes und der Verhältnis-mäßigkeit. Ebenso wenig stellt sie eine unzulässige Altersdiskriminierung i.S. des AGG sowie der Richtlinie 2000/78/EG des Rates vom 27.11.2000 zur Festlegung eines allgemeinen Rahmens für die Verwirklichung der Gleichbehandlung in Be-schäftigung und Beruf und des gemeinschaftlichen Verbots der Diskriminierung wegen des Alters dar. Vielmehr ist sie nach § 10 Satz 3 Nr. 4 AGG und Art. 6 Abs. 1 Satz 1 und Abs. 2 der Richtlinie 2000/78/EG zulässig.

 
Tenor:

1. Die Berufung des Klägers gegen das Urteil des Arbeitsgerichts Köln vom 11.01.2007 – 1 Ca 5490/06 – wird zurückgewiesen.

2. Die Kosten der Berufung trägt der Kläger.

3. Die Revision wird zugelassen.

 
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