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Arbeitsgericht Bonn, 5 Ca 2269/24

Datum:
09.07.2025
Gericht:
Arbeitsgericht Bonn
Spruchkörper:
5. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
5 Ca 2269/24
ECLI:
ECLI:DE:ARBGBN:2025:0709.5CA2269.24.00
 
Nachinstanz:
Landesarbeitsgericht Köln, 7 SLa 568/25
Normen:
§ 1 Abs. 1 PreisklG, § 3 Abs. 1 Nr. 1 c) PreisklG, § 8 PreisklG, § 151 BGB, § 202 Abs. 1 BGB, § 305c BGB, § 307 Abs. 1 BGB, § 308 Nr. 4 BGB, § 310 Abs. 3, Abs. 4 BGB, § 614 BGB, § 64 HGB, § 256 Abs. 1 ZPO, § 258 ZPO
Sachgebiet:
Arbeitsrecht
Leitsätze:

1. Zur Auslegung und zum Widerruf einer Gesamtzusage zur Vergütung mit einem geldwertabhängigen Anpassungsmechanismus.

2. Eine arbeitsvertragliche Regelung, die die Vergütungsentwicklung an die Entwicklung des Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamts knüpft, ist gemäß § 1 Abs. 1 PreisklG unzulässig.

3. Um die Anwendung einer gemäß § 1 Abs. 1 PreisklG unzulässigen Preisklausel auszuschließen, bedarf es gemäß § 8 PreisklG grundsätzlich eines rechtskräftigen Urteils, das die Unwirksamkeit der Klausel feststellt. Die Rechtshängigkeit eines entsprechenden Feststellungsantrags genügt hierfür nicht.

 
Tenor:
  1. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 3.740,03 € brutto nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz aus 11,13 € seit 02.02.2022, aus 10,51 € seit 02.03.2022,aus 9,30 € seit 02.04.2022, aus 9,30 € seit 03.05.2022, aus 9,75 € seit 02.06.2022, aus 11,17 € seit 02.07.2022, aus 9,30 € seit 02.08.2022, aus 12,23 € seit 02.09.2022, aus 9,30 € seit 05.10.2022, aus 9,30 € seit 03.11.2022, aus 9,30 € seit 02.12.2022, aus 9,30 € seit 03.01.2023, aus 137,80 € seit 02.06.2023, aus 111,92 € seit 04.07.2023, aus 111,92 € seit 02.08.2023, aus 115,54 € seit 02.09.2023, aus 144,12 € seit 03.10.2023, aus 140,43 € seit 03.11.2023, aus 133,81 € seit 02.12.2023, aus 134,44 € seit 03.01.2024, aus 268,39 € seit 02.02.2024, aus 273,69 € seit 02.03.2024, aus 268,07 € seit 03.04.2024, aus 240,80 € seit 03.05.2024, aus 288,21 € seit 04.06.2024, aus 240,80 € seit 02.07.2024, aus 240,80 € seit 02.08.2024, aus 287,80 € seit 03.09.2024, aus 240,80 € seit 02.10.2024 und aus 240,80 € seit 05.11.2024 zu zahlen.

  2. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 517,88 € brutto nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz aus 267,27 € seit 03.12.2024 und aus 250,61 € seit 03.01.2025 zu zahlen.

  3. Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 280,58 € brutto nebst Zinsen in Höhe von fünf Prozentpunkten über dem Basiszinssatz seit 04.02.2025 zu zahlen.

  4. Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

  5. Es wird festgestellt, dass die Regelung in § 3 Abs. 3 der Gesamtzusage der Beklagten aus Juli 2021 „Die jeweilige Vergütungsgruppe wird wegen der Vergütungshöhe jährlich an den Verbraucherpreisindex des Statistischen Bundesamtes angepasst.“ unwirksam ist.

  6. Die Kosten des Rechtsstreits tragen der Kläger zu 73 % und die Beklagte zu 27 %.

  7. Der Rechtsmittelstreitwert beträgt 16.587,73 €.

  8. Die Berufung wird nicht gesondert zugelassen.

 
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