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Landesarbeitsgericht Hamm, 18 SLa 685/25

Datum:
05.02.2026
Gericht:
Landesarbeitsgericht Hamm
Spruchkörper:
18. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
18 SLa 685/25
ECLI:
ECLI:DE:LAGHAM:2026:0205.18SLA685.25.00
 
Vorinstanz:
Arbeitsgericht Hamm, 2 Ca 182/25
Schlagworte:
Arzt, Schwangerschaftsabbruch, Krankenhaus, Versorgungsauftrag, katholische Kirche, kirchliches Selbstbestimmungsrecht, unternehmerische Entscheidung, Weisung, billiges Ermessen, Nebentätigkeit
Normen:
§ 106 GewO, Art. 137 Abs. 3 WRV, Art. 140 GG, § 218 StGB
Leitsätze:

1. Der Arbeitgeber entscheidet über das Angebot an Produkten bzw. Dienstleistungen und über den Abschluss von Verträgen mit Kunden im Rahmen seiner unternehmerischen Entscheidungsfreiheit gemäß Art. 12, 14 GG.

2. Die unternehmerische Entscheidung, den Schwangerschaftsabbruch als medizinische Leistung eines Krankenhauses in kirchlicher Trägerschaft nur noch ausnahmsweise bei akuter Bedrohung von Leib und Leben der Mutter bzw. des ungeborenen Kindes durchführen zu lassen, kann es rechtfertigen, einem im Krankenhaus tätigen Arzt die Durchführung sonstiger Schwangerschaftsabbrüche aus medizinischer Indikation im Wege des arbeitgeberseitigen Weisungsrechts zu untersagen.

3. Die weitergehende Weisung an den Arzt, Schwangerschaftsabbrüche im Rahmen der ihm genehmigten Nebentätigkeit gar nicht mehr vorzunehmen, kann unverhältnismäßig und damit unwirksam sein.

 
Tenor:

Auf die Berufung des Klägers wird das Urteil des Arbeitsgerichts Hamm vom 08.08.2025 - 2 Ca 182/25 unter Zurückweisung seines weitergehenden Rechtsmittels wie folgt abgeändert:

Es wird festgestellt, dass die Weisung der Beklagten vom 15.01.2025 mit der Überschrift „Konkretisierung Nebentätigkeit“, die dem Kläger die Durchführung rechtmäßiger Schwangerschaftsabbrüche sowohl in seiner kassenärztlichen Zulassung für seine Praxis in A als auch für seine kassenärztliche Ermächtigung im Krankenhaus untersagt, unwirksam ist.

Im Übrigen wird die Klage abgewiesen.

Die Kosten des Rechtsstreits werden gegeneinander aufgehoben.

Die Revision wird nicht zugelassen.

 
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