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Landesarbeitsgericht Hamm, 18 Sa 685/06

Datum:
21.03.2007
Gericht:
Landesarbeitsgericht Hamm
Spruchkörper:
18. Kammer
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
18 Sa 685/06
ECLI:
ECLI:DE:LAGHAM:2007:0321.18SA685.06.00
 
Vorinstanz:
Arbeitsgericht Bochum, 1 (3) Ca 2333/05
Nachinstanz:
Bundesarbeitsgericht, 5 AZR 463/07 Rücknahme 10.12.2008
Schlagworte:
Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall, Abänderung des Geld- und Zeitfaktors durch eine tarifliche Regelung, Urlaubsentgelt, tarifliche Begrenzung der Urlaubsentgeltfortzahlung auf höchstens 48 Stunden wöchentlich
Normen:
§§ 3 Abs. 1, 4 Abs. 1, 4 Abs. 4, 12 EFZG, § 7 Ziffer 4 des Manteltarifvertrages für die Arbeitnehmer in der Speditions-, Logistik- und Transportwirtschaft NRW vom 26.04.2005 , § 611 Abs. 1 BGB, §§ 1, 11 Abs. 1, 13 Abs. 1 BUrlG, § 9 Ziffer 9 Satz 2 MTV vom 26.04.2005 für die gewerblichen Arbeitnehmer in der Speditions-, Logistik- und Transportwirtschaft NRW
Leitsätze:

Die Öffnungsklausel in § 4 Abs. 4 EFZG lässt zu, dass die Tarifvertragsparteien sowohl den Geld- als auch den Zeitfaktor der gesetzlichen Berechnungsweise des § 4 Abs. 1 EFZG abändern können.

Durch die Beschränkung der Entgeltfortzahlung auf den Vergütungsanspruch für höchstens 48 Stunden wöchentlich in § 7 Ziffer 4 des Manteltarifvertrags für die Arbeitnehmer in der Speditions-, Logistik- und Transportwirtschaft NRW vom 26.04.2005 wird der Anspruch auf Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall nicht in seiner Substanz angetastet.

Die Begrenzung der Urlaubsentgeltzahlung auf höchstens 48 Stunden wöchentlich in § 9 Ziffer 9 Satz 2 MTV für gewerbliche Arbeitnehmer in der Speditions-, Logistik- und Trans-portwirtschaft NRW vom 26.04.2005 verstößt, soweit der gesetzliche Mindesturlaub beschränkt wird, gegen § 1 BUrlG.

 
Tenor:

Auf die Berufung des Klägers wird das Urteil des Arbeitsgerichts Bochum vom 03.03.2006 - 1 (3) Ca 2333/05 - unter Zurückweisung der Berufung im Übrigen teilweise abgeändert.

Die Beklagte wird verurteilt, an den Kläger 687,83 € brutto zu zahlen nebst 5 % Zinsen über dem jeweiligen Basiszinssatz seit dem 31.07.2005.

Die Kosten des Rechtsstreits werden dem Kläger zu ½ und der Beklagten zu ½ auferlegt.

Die Revision wird für beide Parteien zugelassen.

 
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