Seite drucken Seite drucken   Entscheidung als PDF runterladen Entscheidung als PDF runterladen

Landesarbeitsgericht Düsseldorf, 4 SLa 539/24

Datum:
14.05.2025
Gericht:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf
Spruchkörper:
Landesarbeitsgericht Düsseldorf
Entscheidungsart:
Urteil
Aktenzeichen:
4 SLa 539/24
ECLI:
ECLI:DE:LAGD:2025:0514.4SLA539.24.00
 
Vorinstanz:
Arbeitsgericht Solingen, 3 Ca 467/24
Schlagworte:
Außerordentliche Kündigung einer Führungskraft
Normen:
§ 626 Abs. 1 BGB; § 1 Abs. 1 KSchG
Sachgebiet:
Arbeitsrecht
Leitsätze:

1. Eine Führungskraft ist aufgrund ihrer arbeitsvertraglichen Loyalitäts- und Rücksichtnahmepflichten gehalten, personelle Maßnahmen zu unterlassen, die geeignet sind, die Verhandlungsposition der Arbeitgeberseite gegenüber den von einer Umstrukturierung betroffenen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zu verschlechtern. Bei einem Interessenkonflikt zwischen der Arbeitgeberseite und den der Führungskraft unterstellten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern, hat die Führungskraft ihr Verhalten zuvorderst an den unternehmerischen Interessen auszurichten.2. Die Freigabe von Anträgen auf Elternteilzeit durch eine Führungskraft, in dem Wissen, dass die gesetzlichen Voraussetzungen für eine Ablehnung im Sinne des § 15 Abs. 4, 7 BEEG vorliegen und für die Arbeitgeberseite ein finanzieller Schaden aufgrund einer fehlenden Beschäftigungsmöglichkeit entstehen kann, ist ein Verhalten, das „an sich“ geeignet ist, eine außerordentliche Kündigung zu rechtfertigen. Ein kollusives Zusammenwirken mit den antragstellenden Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern zum Nachteil der Arbeitgeberseite verstärkt hierbei das Gewicht der Pflichtverletzung (vgl. BAG, 13.12.2018 - 2 AZR 370/18 - Rn. 53).

Rechtskraft:
rechtskräftig
 
Tenor:

I. Auf die Berufung der Beklagten wird das Urteil des Arbeitsgerichts Z. vom 25.07.2024– Az. N01 – teilweise abgeändert. Der Antrag zu 3) (Weiterbeschäftigungsantrag) wird abgewiesen. Im Übrigen wird die Berufung der Beklagten zurückgewiesen.II. Die Beklagte trägt die Kosten erster Instanz. Die Kosten zweiter Instanz tragen der Kläger zu 25% und die Beklagte zu 75%.III. Die Revision wird nicht zugelassen.

 
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 12 14 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 32 33 34 35 36 37 38 39 40 41 42 43 44 45 46 47 48 49 50 51 52 53 54 55 56 57 58 59 60 61 62 63 64 65 66 67 68 69 70 71 72 73 74 75 76 77 78 79 80 81 82 83 84 85 86 87 88 89 90 91 92 93 94 95 96 97 98 99 100 102 104 106 107 108 109 110 111 112 113 114 115 116 117 118 119 120 121 122 123 124 125 126 127 128 129 130 131 132 133 134 135 136 137 138 139 140 141 142 143 144 145 146 147 148 149 150 151 152 153 154 155 156 157 158 159 160 161 162 163 164 165 166 167 168 169 170 171 172 173 174 175 176 177 178 179 180 181 182 183 184 185 186 187 188 189 190 191 192 193 194 195 196 197 198 199 200 201 202 203 204 205 206 207 208 209 210 211 212 213 214 215 216 217 218 219 220 221 222 223 224 225 226 227 228 229 230 231 232 233 234 235 236 237 238 239 240 241 242 243 244 245 246 247 248 249 250 251 252 253 254
 

Seite drucken Seite drucken Entscheidung als PDF runterladen Entscheidung als PDF runterladen

logo_justiz-nrw-online_rechtsprechungsdatenbank